Totengebet für Osama bin Laden??

Für Samstag kündigte der Salafist Pierre Vogel ein öffentliches Gebet in Frankfurt an, um dem getöteten Al-Kaida-Führer Osama bin Laden zu gedenken. Der Titel der Veranstaltung lautet „Wie erreicht man den Frieden auf der Welt“, Vogel rechnet mit 1000-1500 Teilnehmern.

Zunächst wurde die Großkundgebung jedoch durch das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt verboten, aber es ist gut möglich, dass Vogel das Verbot vor Gericht anfechtet und dann doch predigen darf.
Der hessische Innenminister befürwortet das Verbot, „da [werde] versucht, Grundrechte wie Religionsfreiheit, Meinungs- und Versammlungsfreiheit für unerträgliche Zwecke zu instrumentalisieren“, so Boris Rhein.

Vogel möchte unter anderem über die Reaktionen auf bin Ladens Tod sprechen, da er die Feiern nach der Nachricht von bin Ladens Tod „pervers“ findet. Eine weitere Rechtfertigung der Veranstaltung sei das Recht eines jeden Muslims auf ein Totengebet.
Die Veranstaltung selbst würde vermutlich friedlich ablaufen aber in Frankfurt hat man Angst vor möglichen Ausschreitungen – schließlich fände ein öffentliches Gedenken für einen Terroristen statt, der für den Tod tausender Menschen verantwortlich gemacht wird!

Die Salafisten werden schon seit einiger Zeit vom Verfassungsschutz beobachtet und das nordrhein-westfälische Innenministerium prüft die Einleitung eines Verbotsverfahrens des Mönchengladbacher Salafisten-Vereins “Einladung zum Paradies” (EZP), dessen Vorsitzender auch am Samstag in Frankfurt zu Wort kommen soll. Als Teilnehmer hat sich außerdem die extremistische Gruppe „Die wahre Religion“ angekündigt, die den bewaffneten Dschihad verherrlicht.

Salafistische Prediger wie der 32-jährige Konvertit Pierre Vogel tragen zur Radikalisierung junger Muslime bei, es handelt sich bei ihnen um rückwärtsgewandte, fundamentalistische Islamisten, die in letzter Konsequenz einen islamischen Gottesstaat anstreben. Ihr Ziel ist die „Verteidigung des Islam gegen die Ungläubigen“. Vogel lud beispielsweise schon den in Kanada lebenden Prediger Bilal Philips ein, der sich für die Todesstrafe bei Homosexuellen ausspricht und nach seiner Rede aus Deutschland ausgewiesen wurde.
Vogel betont zwar, dass er Terrorakte verurteile aber er zeigt sich auch demokratiefeindlich, da er der Meinung ist, dass Demokratie und islamisches Rechtssystem unvereinbar sind. Zudem zweifelt er an bin Ladens Verantwortung für zahlreiche Terroranschläge.

Bleibt zu hoffen, dass es bei dem Verbot bleibt und dem salafistischen Treiben in Deutschland Grenzen gesetzt werden.