Was versteht Marx unter Klassengesellschaft?

Um zu sagen Deutschland wäre eine Klassengesellschaft, muss man erstmal verstehen was eine Klassengesellschaft ist. Ich werde ich meinen Blogeinträgen ein Teil der Marx´schen Theorie erklären und dieses dann in Verknüpfung zu heute setzen.

Unter Klassen versteht man im wesentlichen große gesellschaftliche Gruppen, die sich voneinander nach ihrem Eigentumsverhältnis zu den Produktionsmitteln unterscheiden. Das Marx`sche Klassenmodell ist rein ökonomisch begründet. Letztendlich trennt es zwischen den Aneignern und den Erzeugern des Mehrwerts. Marxens Klassentheorie zielt ausschließlich auf die Veränderungsmöglichkeiten der Gesellschaft, und die Verteilung von ökonomischer und politischer Macht ab. Nach Marx ist die ökonomisch herrschende Klasse gleichzeitig auch immer die politisch herrschende Klasse. Gesellschaft im Kapitalismus ist daher immer Klassengesellschaft und Staat immer Klassenstaat!

Klassen entstanden nach marxistischer Auffassung mit der Entstehung des Privateigentums an Produktionsmitteln und mit der Verfügungsgewalt Einzelner über Produktionsmittel.

Die Sklaverei war die erste Klassengesellschaft und folgte historisch der Urgesellschaft: ” Der aufgekommene Privatbesitz an Herden und Luxusgerät führte zum Austausch zwischen Einzelnen, zur Verwandlung der Produkte in Waren. … Sobald die Produzenten ihr Produkt nicht mehr direkt selbst verzehrten, sondern es im Austausch aus der Hand gaben, verloren sie die Herrschaft darüber.” (MEW, Bd. 21, S. 110.)

Entsprechend den Eigentumsverhältnissen der jeweiligen Gesellschaftsordung gibt es nach Marx im wesentlichen zwei Grundklassen:

– Sklavenhalter – Sklave

– Feudalherr – Leibeigener

Kapitalist – Proletarier

Nach dem Aufkommen der Handelskapitals entwickelte sich als spezielle Form kapitalistischer Produktionsweise die “Manufakturepoche”. Hier fand zum ersten Mal eine Trennung des Arbeiters von den Arbeitsmitteln statt. Persönlichkeitsverhältnisse reduzierten sich sowohl auf Lohnarbeit und Kapital, als auch auf den Gegensatz zwischen Privateigentum und Arbeit. Durch die Ausbreitung der Fabriksystems gewinnt das Industriekapital Hand über die Gesellschaft. Erst durch den entwickelten Kapitalismus wurde auch der Klassencharakter früherer Gesellschaften sichtbar.

(Quelle: Philosophisches Wörterbuch/ 1/ Herausgeber: Georg Klaus, Manfred Buhr)

Das war der theoretische Teil, nun zum Heute. “Die schwarz – gelbe Bundesregierung hatte den Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen von 19 auf 7 Prozent gesenkt. FDP und CSU waren dafür heftig in die Kritik geraten, weil sie zuvor Millionenspenden einer Hotelkette erhalten hatten.” (Streit über Hotel-Bonus – Schwäbisches Tagblatt, 1. Februar 2010).

Wenn ich mir nun diesen oben geschriebenen Satz durchlese: “Nach Marx ist die ökonomisch herrschende Klasse gleichzeitig auch immer die politisch herrschende Klasse. Gesellschaft im Kapitalismus ist daher immer Klassengesellschaft und Staat immer Klassenstaat!” , denke ich mir, das trifft in diesem Fall für die kleine Gruppe der Hotelbetreiber eindeutig zu.

Doch kann man deshalb sagen Deutschland sei eine Klassengesellschaft? Nein, es ist nur ein Einzelbeispiel. Aber wenn man nur diesen speziellen Fall betrachtet, wäre Deutschland eine Klassengesellschaft. Es ist zwar kein Beweis, aber mein erster Denkanstoß.

Bilden Sie sich ihr eigenes Urteil.

Deutschland, eine Klassengesellschaft?

Was ist eine Klassengesellschaft überhaupt?

Der Begriff Klassengesellschaft wird dann verwendet, wenn eine Gesellschaft nicht ein Ganzes sondern in mehrere Gruppen aufgeteilt ist, also in Klassen. Das heißt, dass nicht alle gleich sind, es bestehen Unterscheide zwischen diesen Gruppen. Beispiel für eine Klassengesellschaft wäre der Feudalismus, wo der Grundbesitzer dem Leibeigenen gegenüber steht. Nach Marx ist die kapitalistische Gesellschaft auch eine Klassengesellschaft, hier wird nicht mehr zwischen Freiheit und Unfreiheit sondern zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse unterschieden.

Nun, wie ist die Lage in Deutschland gerade? Gibt es große soziale Unterschiede oder sind alle auf einer annähernd ähnlichen Ebene?

Deutschland ist, nach der Verfassung, eine soziale, rechtsstaatliche und föderale Demokratie.

So hatten wir im Jahr 2009 durchschnittlich 3,6 bis 3,7 Millionen Arbeitslose in Deutschland.Die großen sozialen Unterschiede in Deutschland werden immer größer. Die Mittelschicht löst sich auf. Der wirtschaftliche Erfolg bestimmt das Leben hier. Aber das alles in einer sozialen Demokratie?

In den nächsten Monaten werde ich mich mit dem Thema “Deutschland, eine Klassengesellschaft?” auseinandersetzen und untersuchen ob wir in einer Klassengesellschaft leben.