Aufrüstung oder Abrüstung?

2007 sprach sich Peter Scholl-Latour sehr für eine atomare Aufrüstung aus, da eine “nukleare Profileration auf Dauer […] nicht zu verhindern” sei, aufgrund des sich ständig vergrößernden “Atmoclubs”. Eine reines Abwehrystem würde gegen “blindwütige Feindstaaten nicht aureichen.

Wieczorek-Zeul hingegen fordert eine “verantwortungsvolle Friedenspolitik auf der Höhe der Zeit”, das Verbot von Antisatellitenwaffen, die Verhinderung von Verbreitung der Massenvernichtungswaffen und vor allem eine vernünftige Politik der Rüstungskontrolle und Abrüstung. Zusammenfassend geht es ihr um eine politische, wirtschaftliche und militärische Stabilisierung.

Das Militär könne nicht für alle Probleme zuständig sein, wie z.B. für die Beseitung der Ursachen von Gewaltkonflikten und Bürgerkriegen. Gegen die wirklichen Probleme (Staatenzerfall, Terrorismus, Klimawandel) sei eine militärische Abschreckung nutzlos. Die Lösung hierfür sieht sie die Vereinten Nationen in der Pflicht, die mit “völkerrechtlich legitimen Zwangsmaßnahmen” Bürgerkriege beenden und Waffenstillstände erzwingen könnten.

Durch die atomare Aufrüstung werde außerdem der Terrorimsus gefördert. Dies begründet Wieczorek-Zeul mit der These, dass offizielle Nuklearmächte Diktatoren dazu anstacheln, “das einzige Mittel zu beschaffen, das sie scheinbar vor der Aussicht auf erzwungene Regimewechsel zu schützen vermag”.

Die Autorin kritsiert zudem, dass die USA den Vertrag über antiballistische Raketen gekündigt hat. Der Krieg gegen den Terror, den die USA seit 9/11 führen, habe zu einer Freund-Feind-Polarisierung geführt, der sich auch laut Scholl-Latour die Deutschen auf keinen Fall anschließen sollten.

Einen Lösungsansatz sieht Wieczorek-Zeul im Abzug der in Deutschland lagernden Atomwaffen, da die BRD heirmit ein Signal setzen könnte. Willy Brandt sagte schon 1971: “Das Ringen um Abrüstung ist mühevoll und war bisher durchweg deprimierend. Und doch hat sich zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt, dass wir uns mit dem Gleichgewicht des atomaren Schreckens nicht zufriedengeben können.” Im Januar 2007 folgten im die ehemaligen Außenminister Henry Kissinger und George Shultz mit einem “dramatischen Appell”.

Die Meinungen der Autoren unterscheiden sich auch, wenn es um den “clash of civilisations” geht. Wieczorek-Zeul spricht hier nur von einer Behauptung während Scholl-Latour sich sicher ist, dass man ihm nicht entrinnen könne.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Scholl-Latour für eine militärische und Wieczorek-Zeul für eine friedenspolitische Lösung ausspricht, um internationalen Konflikten erfolgreich zu begegnen.