Institutionalismus im Bezug auf den Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan

Im Folgenden Text werde ich die institutionelle Denkschule in ihren Grundzügen darstellen und insbesondere die institutionelle Einbindung des bundesdeutschen Militärengagements in Afghanistan herausstellen.

Die institutionelle Denkschule ist eine aus dem Realismus hervorgehende Betrachtung der internationalen Beziehungen. Während im Realismus die Welt aus souveränen Nationalstaaten besteht, die zwar Kontaktpunkte haben aber versuchen die Interdependenzen gering zu halten (Billiard -Kugel-Modell). Im Institutionalismus bestehen diese souveränen Nationalstaaten weiter, jedoch wird versucht, die internationale Anarchie durch das Ausnützen eben jener Interdependenzen zu verringern, souveräne Nationalstaaten geben Teile ihrer Kompetenz an internationale Organisationen ab. Im Gegensatz zum Realismus, der als ein Nullsummenspiel für alle Akteure gilt, wird im Institutionalismus auf die Wertallokation wertgelegt.  Die internationalen Institutionen sollen das Vertrauen und die Kommunikation zwischen ihren Mitgliedsstaaten verbessern und fördern, es wird versucht, einen positiven Friede herzustellen. Aufgrund der aufgezählten internationalen Interdependenzen und Verflechtungen wird der Institutionalismus häufig auch als Spinnwebmodell beschrieben. Nicht zu verwechseln ist der Institutionalismus mit dem Idealismus der von Kant’s Ideen geprägt ist. Im Institutionalismus wird, versucht den Realismus durch Interdependenzen, Kommunikation und Vertrauen zu zügeln.

Das deutsche Militärengagement in Afghanistan wird von zwei Institutionen bestimmt, auf der einen Seite von der Nato, jenem Verteidigungsbündnis aus Zeiten des kalten Kriegs, und auf der anderen Seite von der UNO, der Organisation der Vereinten Nationen. Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 hat die Nato zum ersten mal in ihrer Geschichte einen Bündnisfall nach Art. 5 festgestellt. Dieser Artikel sieht vor, dass ein Angriff auf einen Staat des Bündnisses als Angriff auf alle Bündnispartner gilt. Gleichzeitig berufen sich die USA auf Art.51 der UN- Charta, welcher das Recht der Nationalstaaten auf Selbstverteidigung besagt. Der Einsatz der Nato Truppen hat ein UNO- Mandat, damit ist er zumindest teilweise Institutionell geprägt, auch wenn die Nato als Bündnis aus Zeiten des kalten Kriegs eher realistisch geprägt ist, so geben die Nationalstaaten doch Bereiche ihrer Souveränität an die Nato ab, was sie zu einer teilweise institutionalistischen Organisation macht. Abschließend lässt sich also feststellen dass der Einsatz in Afghanistan durch die enge Verknüpfung mit Nato und UNO stark institutionell geprägt ist.

Obama ohne Osama?

Nun ist es “endlich” soweit. Die amerikanischen Behörden haben unter Obamas Leitung den Terroristen und Al Quaida Cheff Osama bin Muhammad bin Awad bin Laden   in Pakistan ausfindig gemacht und wie es so schön heißt lequidiert. Am 2. Mai 2001 wurde er von einer Gruppe Navy Seals, vergleichbar den deutschen Kampfschwimmern, in Pakistan in einem Anwesen in Pakistan erschossen.

In Amerika ist man froh über eine gelungene Mission und die Beseitigung des Topterroristen des jahrzehnts . Befreundete Staaten, darunter auch Deutschland gratulieren, ja freuen sich sogar über den Tod des Massenmörders.
Dass Angela Merkel damit in ein großes Fettnäpfchen getreten ist und damit starkt in der Kritik steht braucht nicht weiter diskutiert zu werden.

Doch was gerät dabei in den Hintergrund? Huch, die Amerikaner haben im Zuge einer Militäraktion in einem fremden Land ohne dessen Zustimmung ihren gefürchtesten Staatsfeind ausgemacht und umgebracht. Jene Amerikaner, die die kaltblütige Ermordung von hunderten ihrer Einwohner so verurteilen, die Menschenrechte, das Völkerecht und ihre Existenz bedroht sehen.

In was für einer Welt Leben wir, in der diese Amerikaner nicht ein mal sich für ihren Einsatz rechtfertigen müssen, in der andere Staaten nicht einmal Beweise einfordern für den Erfolg der Mission, um so den Tod der anderen Opfer dieser Aktion rechtfertigen zu können?

Eine Welt in der Angela Merkel blind vor Liebe zur großen Usa zuerst gratuliert, bevor sie nicht einen einzigen Beweis zum Wahrheitsgehalt dieser Meldung hat. Diese blinde Unterstützung einer Weltmacht. Wohin soll das führen?

Warum fragt niemand nach dem Einschnitt in die territoriale Integrität Pakistans?

 

Hierbei entsteht eine Diskussion die sich weiter und weiter führen lässt. Der interessanteste Aspekt, ist die ENtscheidung, welche von Obama und seinem Staat gefällt wurde, zur Ermordung Osamas und nicht zur Festnahme.

Osama zu töten bietet den Amerikaner die Möglichkeit ihn für alle Zeit aus zu schalten, dem Folg Befriedigung zu schenken und nicht Gefahr zu laufen bei einem Verfahren ein unbefriedigendes Urteil zu erhalten, oder sogar Ziel von weiteren Angriffen zu werden um den Angeklagten frei zu pressen.

Doch bitte was macht das für einen Eindruck? Ist das nicht die selbe simple einfältige Ergebnis orientierte Handlungsweise diverser Terrorgruppen? Hauptsache weg mit ihnen? Sollte ein Staat nicht gerade deswegen seine Macht und seine Unerschütterbarkeit dadurch beweisen. Trotzdem ruhig zu bleiben und diesen Mann zu verurteilen.

Stellt sich nicht der Staat mit der Ermordung ohne einen Prozess ohne einem Straftäter das Recht zu geben sich zu äußern und zu seinem Recht zu gelangen auf die gleiche Stufe mit den Terrorsisten, die Menschen kaltblütig zur Strecke bringen nur weil diese in ihren Augen falsch handeln?

Diese Entscheidung wäre eine von Bush zu erwartende gewesen, doch Obama der schon kurz nach seinem AMtsantritt einen Friedensnobelpreis erhalten hat hätte mit einer Entscheidung zum Prozess seine Größe beweisen können und sich von Bushs Politik abgrenzen.

 

Mich persönlich hätte es gefreut Osama lebendig vor einem Gericht zu sehen. Es wäre eine große Befriedigung für die Weltbevölkerung gewesen einmal diesen Mann zu sehen zu erkennen was in ihm vorgeht, ihn wegen mir anzuschreien und nachd er Verurteilung die Gewissheit zu haben, dass es nur auch wirklich geschehen ist. Nun haben die Menschen aber nicht mal ein Bild des Toten. Keiner kann mit dem sicheren Gefühl Leben, dass er unschädlich ist. Hoffen wir das Obama beim nächsten Mal mehr über seine Rolle als Staatsführer und Vorbild nachdenkt und seiner Rolle als Friedensnobelpreisträger gerecht wird. Sonst wreden die berühmten Namenstauscher in diversen Zeitungen durchaus begründet vertretbar sein …

Ist der Jubel über den Tod eines Menschen gerechtfertigt?

Osama bin Laden(aus einer wohlhabenden Unternehmerfamilie stammend), war jahrelang das Gesicht des Terroristennetzweks Al-Quaida, und galt als Drahtzieher für viele Anschläge, unter anderem auch für das Attentat des 11. Septembers 2001. Bis zu seinem Tod gehörte er zu den meistgesuchten Personen des FBI. Am 2. Mai diesen Jahres wurde er durch US- Soldaten in Pakistan getötet. In den USA hat diese Meldung die Menschen zum Jubeln gebracht. Dieser Jubel ist sicher vielen Menschen hier in Deutschland sehr fremd vorgekommen. Wer die Bilder dieser überschwänglichen Euphorie gesehen hat, konnte sich wohl eher an die Zeiten der WM erinnert gefühlt haben, aber nicht daran dass ein Mensch gestorben ist. So konnte man bei uns im Fernsehen Bilder von Menschen in Amerika sehen, die Fahnen  schwingend und mit einem breiten Grinsen im Gesicht durch die Städte liefen und es schien fast, als sei gerade die Erlösung vom Weltuntergang bekannt gegeben worden. Doch: „ Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art.1, GG), so sollte dieses Gesetz doch auch nach dem Tod eines Menschen weiterhin gelten. Egal wie viele Menschen eine Person getötet hat oder was sie in ihrem Leben an schrecklichen Taten vollbracht hat, sollte dies doch nie ein Anlass zum Jubeln sein. Man sollte nicht vergessen,  dass auch ein Terrorist wie Osama bin Laden Familie hat und es Menschen gibt, die um ihn trauern werden. Somit ist meiner Meinung nach der Jubel über den Tod eines Menschen, in diesem Fall Osama bin Laden, nicht gerechtfertigt.

Totengebet für Osama bin Laden??

Für Samstag kündigte der Salafist Pierre Vogel ein öffentliches Gebet in Frankfurt an, um dem getöteten Al-Kaida-Führer Osama bin Laden zu gedenken. Der Titel der Veranstaltung lautet „Wie erreicht man den Frieden auf der Welt“, Vogel rechnet mit 1000-1500 Teilnehmern.

Zunächst wurde die Großkundgebung jedoch durch das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt verboten, aber es ist gut möglich, dass Vogel das Verbot vor Gericht anfechtet und dann doch predigen darf.
Der hessische Innenminister befürwortet das Verbot, „da [werde] versucht, Grundrechte wie Religionsfreiheit, Meinungs- und Versammlungsfreiheit für unerträgliche Zwecke zu instrumentalisieren“, so Boris Rhein.

Vogel möchte unter anderem über die Reaktionen auf bin Ladens Tod sprechen, da er die Feiern nach der Nachricht von bin Ladens Tod „pervers“ findet. Eine weitere Rechtfertigung der Veranstaltung sei das Recht eines jeden Muslims auf ein Totengebet.
Die Veranstaltung selbst würde vermutlich friedlich ablaufen aber in Frankfurt hat man Angst vor möglichen Ausschreitungen – schließlich fände ein öffentliches Gedenken für einen Terroristen statt, der für den Tod tausender Menschen verantwortlich gemacht wird!

Die Salafisten werden schon seit einiger Zeit vom Verfassungsschutz beobachtet und das nordrhein-westfälische Innenministerium prüft die Einleitung eines Verbotsverfahrens des Mönchengladbacher Salafisten-Vereins “Einladung zum Paradies” (EZP), dessen Vorsitzender auch am Samstag in Frankfurt zu Wort kommen soll. Als Teilnehmer hat sich außerdem die extremistische Gruppe „Die wahre Religion“ angekündigt, die den bewaffneten Dschihad verherrlicht.

Salafistische Prediger wie der 32-jährige Konvertit Pierre Vogel tragen zur Radikalisierung junger Muslime bei, es handelt sich bei ihnen um rückwärtsgewandte, fundamentalistische Islamisten, die in letzter Konsequenz einen islamischen Gottesstaat anstreben. Ihr Ziel ist die „Verteidigung des Islam gegen die Ungläubigen“. Vogel lud beispielsweise schon den in Kanada lebenden Prediger Bilal Philips ein, der sich für die Todesstrafe bei Homosexuellen ausspricht und nach seiner Rede aus Deutschland ausgewiesen wurde.
Vogel betont zwar, dass er Terrorakte verurteile aber er zeigt sich auch demokratiefeindlich, da er der Meinung ist, dass Demokratie und islamisches Rechtssystem unvereinbar sind. Zudem zweifelt er an bin Ladens Verantwortung für zahlreiche Terroranschläge.

Bleibt zu hoffen, dass es bei dem Verbot bleibt und dem salafistischen Treiben in Deutschland Grenzen gesetzt werden.


Merkels Freude über den Tod Osama Bin Ladens

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.“

So lautet die offizielle Stellungnahme von Angela Merkel zur Erschießung von Osama Bin Laden.  

Ehrlich gesagt bin ich erschrocken, dass eine Politikerin der Christlich Demokratische Union solch einen Satz über die Lippen bringt; dass diese Person dann auch noch die amtierende Bundeskanzlerin von Deutschland ist, erschreckt noch mehr.

Halten wir uns zunächst an die christlichen Werte (auf die sich auch Frau Merkel gerne beruft). „Du sollst nicht töten“ lautet das fünfte der zehn Gebote. Ist dies nun außer Kraft? Ist eine Tötung ein Grund zur Freude? Kann ich mich als überzeugter und bekennender Christ über den Tod eines Menschen freuen? Für mich ist das ganze Paradox!

Auch die rechtliche Situation ist für mich sehr zweifelhaft. Der/die Bundeskanzler/in muss sich an geltendes Recht halten. Artikel 2 des Grundgesetzes besagt, dass jeder Mensch das Recht auf Leben besitzt. Mit dem rechtsstaatlichen System ist eine solche prozesslose Hinrichtung also in keiner Weise vereinbar.

Keine Zweifel bestehen an der Schuld von Bin Laden. Doch jemand, der faktisch das höchste Amt in unserem Staat bekleidet, darf sich nicht an einem Tod erfreuen. Die Erleichterung und die damit verbundene Solidarität zu einem engen Bündnispartner ist durchaus gerechtfertigt. Das öffentliche bekennen der Freude über den Tod eines Menschen hingegen ist in unserem Land nicht tragbar!

Hat Ungarn noch nie in die Geschichtsbücher geschaut?…

…könnte man sich fragen, wenn man einen genaueren Blick auf die neue ungarische Verfassung wirft.

Die neue Verfassung riecht extrem nach Extremität.
Derzeitiger Regierungschef Viktor Orbán wäre jetzt in der Lage,2014 bei einer Wahlniederlage das Parlament aufzulösen um für Neuwahlen zu sorgen. Grundstein für eine nahende Diktatur ist somit gelegt, erweist doch als nicht sehr willkommen im demokratisch geprägten Europa. Ebenfalls sind Randgruppen wie Homosexuelle,Alleinerziehende oder Sinti und Roma betroffen und ziehen keinerlei Vorteile aus der neuen Verfassung, da ein starker Duft von rechter Ideologie in der Luft hängt…
Die Folgen davon sollten jedoch bekannt sein.

Also,was denkt sich Ungarn?

Einer von unmoral geprägten, nach Lust strebenden Gesellschaftsform den Garaus machen? Durch veraltete Normen und Konservatismus wieder die Zügel strenger ziehen? Alle Sünder, flüstern wir es ganz leise, “im Keim zu ersticken”???
Sind jetzt doch laut Verfassung nur noch Mann und Frau für eine eheliche Verbindung in Betracht zu ziehen, da die Familie “die Grundlage zur Erhaltung der Nation” sei! (Zitat http://www.ggg.at/index.php?id=62&tx_ttnews[tt_news]=3884&cHash=830068c931dbea734140fd7eb3ee9186)

Nation erhalten mit blonden Haaren und blauen Augen? Hups,entschuldigung,das war ja mal….

Und auch das Antonym von Leben behalten wird erschwert,denn Abtreibungen werden zusätzlich erschwert, beginnt das Leben doch schon bei der Empfängnis….wer erinnert sich nicht gerne zurück.

Einigen wir uns darauf, dass man Ungarn im Blick behalten sollte, laufen manche Formulierungen doch der EU-Grundrechtecharta sehr zuwider.

Negativer Frieden = negativer Gewinn

Als “Tochter” der USA, in die weltergreifende “Liga der Demokratien” eingebunden, fördert auch unser Vater Staat den vorherrschenden Kapitalismus.

Nachdem man aus dem chaotisch – anarchischen Naturzustand kommend, Regeln als unabdingbar und hilfreich zum Überleben erachtete, wurden Macht, später dann Sicherheit zu den Zielen des Menschen.

Die Akteure der internationalen Politik befinden sich, auf einer anderen Ebene (es gibt keine überstaatliche Instanz, die solche Regeln ausstellen könnte), nun wieder in diesem Naturzustand, da,  wie auch damals, Macht (also das”der-Stärkere-gewinnt-Prinzip”) als Mittel zur Duchsetzung der eigenen Interessen dient. Diese Macht beinhaltet das Überleben, da nur Gewinnen oder andersherum Angst vor dem Verlieren als Mittel der Kommunikation zwischen staatl. Akteuren besteht.

Warum Regeln? Warum Macht?

Sie garantieren dem Einzelnen ohne verlieren zu können gleiche “Rechte” wie jedem Anderen.  Doch Macht, also in der internationalen Politik, ist, auf Konfliktlösung bezogen, ein Schritt zurück, da wieder einer gewinnt und einer verliert.

Im Naturzustand schien es auch so, als seinen die “Akteure” nicht fähig, oder willens dieses Sicherheitsdilemma zu überwinden und Regeln anzuerkennen. Doch es geschah. Es gab regionale Regeln, es wurde zusammengefasst.

International herrscht auch Anarchie, obwohl klar ist, dass Regeln bestehen müssen.

Doch trotzdem sichern sowohl Macht als auch Regeln das Überleben.

Macht ist aber ein Nullsummenspiel und somit sichert sie zwar das Überleben von Einem, doch zerstört das eines Anderen.

Nach dem 2. Weltkrieg erkannte man dann, dass auch international der ständige Kampf um das Gewinnen eher zur Unsicherheit als zu Sicherheit führt.

Man erkannte, dass wie im Naurzustand individuelle Sicherheit die eines Anderen verletzten/zerstören kann, kollektive oder gemeinschaftliche Sicherheit jedoch jedem seine Sicherheit gibt und somit wurde im internationalen System die multilaterale Sicherheit angestrebt.

Anarchie weicht Kommunikation und Kooperation, Hilfe ist ein Teil der Selbsthilfe.

Institutionalismus macht genau das was Regeln im Naturzustand bewirkten.

Also statt Macht stellen nun Regeln und Kooperation Sicherheit her.

Was ist Sicherheit und warum ist sie das Ziel? Was beinhaltet sie?

Ich denke sie beinhaltet die Garantie für keine Ungleichheit und somit positiven Frieden. Sie beinhaltet das was die Mutter aller Regeln ist: “Alle Menschen sind gleich”. Aus der Überlegung zum positiven Frieden stammend ist Ungleicheit der Ursprung allen Übels, da aus ihr heraus Probleme entstehen.

Aus einer Ungleicheit heraus entsteht ein Kampf um mehr, ein Kapf ums Gewinnen.

Hier schließt sich der Kreis, da aus Ungleicheit mehr Ungleichheit entsteht und somit Probleme, die diese Ungleicheit stärken. Nun folgt der Kampf um mehr (=Gleicheit) woraus dann wieder Ungleicheit entsteht.

So befinden wir uns momentan in einer gefestigten Demokratie, weltweit vernetzt. Die einzigen Probleme die unsere Sicherheit bedrohen sind weit weg, sowohl die Terroristen, als auch der Klimawandel.

Doch das Denkmuster welches nicht nur unsere Wirtschaft, sondern auch unser Denken und Handeln bestimmt ist auf Gewinnen und Verlieren ausgelegt. Der Kampf um mehr ist das Prinzip dahinter.

Also will Vater Saat soviel Sicherheit und Stabilität wie möglich, während er seine “Kinder” im Konkurenzkampf und in Angst vor dem Verlieren zu Gewinnern trimmt. Er will natürlich, dass jedes seiner Kinder gewinnt, doch wie er eigentlich wissen sollte kommt auf jeden Gewinner mindestens ein Verlierer.

 

Freiheit vs. Würde?

Ich habe vor anhand eines kleinen Gedankenexperimentes festzustellen, ob Würde wichtiger als Freiheit ist, oder andersrum. Oder ob und wie beide zu vereinen oder zu trennen sind.

Stellen Sie sich vor sie laufen an einem sonnigen Samstag Nachmittag über einige Felder außerhalb der Zivilisation. Sie kommen an Apfel- , Kirsch- und Pflaumenbäumen vorbei.

Doch dann sehen Sie an einem der Bäume einen Menschen hängen. Er scheint sich zwischen Tod und Leben zu befinden. Er grinst zwar nicht, sieht aber auch nicht leidend, geplagt oder tief traurig aus. Wir haben kein Vorwissen, weder über den Hängenden noch die Umstände.

Nun die Frage: Gehen Sie vorbei und lassen ihn hängen, oder holen sie den Mann vom Baum?

Sowohl Freiheit, als auch Würde sind unverfügbare Werte, also materiell unverfügbar, so kann nicht mit ihnen gehandelt oder getauscht werden. Sie können aber “weggenommen” werden, jemand anderes kann also darüber verfügen, bei z.B. dem Sklavenhandel sogar beides. Jedoch sind in unserer heutigen Gesellschaft Würde und Freiheit als unverfügbare Werte nur sich selbst, also dem Individuum zugeschrieben.

Sie sind durch die Verfassung, die Gesetze und den ausführenden staatlichen Arm garantiert, da sich aus dem Naturzustand und dem daraus resultierenden Kampf um mehr/ größere Freiheit Regeln als notwendig erwiesen haben. Also muss für ein Eingreifen des Staates ein Mensch benachteiligt sein, eine ungerechte Ungleichheit bestehen. Die Lösung, also die Gleichbehandlung sind Gesetze. Lang ist`s her.

Das Prinzip für die Gleichheit kann auch als nicht-Gesetzcharakter so beschrieben werden, dass ich nur soviel darf, solang das jeder Andere auch kann. Also Kants kategorischer Imperativ oder auch die christliche Norm “was du nicht willst, dass man dir tu`, das füg` auch keinem anderen zu.”

Die Frage nach der Würde würde womöglich einen lange Diskussion vom Zaun brechen, da sie nicht greifbar ist. Sie ist abstrakt, utopisch und und wohl erst nach ihrem Verlust erkennbar. Ich beziehe mich in meiner Ausführung auf die Gleichstellung aller Menschen, unabhängig von äußeren Merkmalen oder inneren Ansichten, da sie alle den gleichen Wert haben, welcher sich durch die Würde auszeichnet.

Also hat ein Mensch Würde, wenn er für gleichgestellt gesehn wird, egal wer er ist, was er tut und will. Toleranz ist also eine Bedingung, da durch sie jeder akzeptier wird, eine Gleichheit geschaffen wird. Also ist Würde das was Ungleichheit (als Ergebniss also Ungerechtigkeit) schlecht macht, da eben diese Gleicheit, diese Wertgleichheit zerstört wird. Wenn jemand Würde will, heißt das, dass er einem jeden Anderen auch seine Würde zugestehen muss.

Ich kann nicht wissen welchen inneren Zustand der Hängende hat, gehe also von keiner psychischen Störung oder dergleichen aus. Ich gehe auch davon aus, dass sich der Mann aus freien Stücken zum Suizied entschlossen hat, also nicht dazu gedrängt wurde. (Die Handlungskette, dass er sich nur aufgrund von äußeren Einflüssen dazu hat zwingen lassen, also nur auf Umstände reagiert ist nachzuvollziehen. Doch dass er aus der Fremdbestimmtheit heraus selbstbestimmt gegen seine Triebe handelt, sich also über das Tier in ihm setzt, auch. Somit schließe ich eine immense Fremdbestimmtheit, als auch eine übertrieben Selbstbestimmtheit aus, da sie unser Experiment nur verkomplizieren würden.)

Er wollte sich also umbringen. Hat sich dafür entschieden. Tut es.

Wenn Sie ihn nun “abhängen”, vom Baum holen, nehmen sie ihm seine Freiheit der Entscheidung, welche ja in diesem Fall die absolute Freiheit bedingt, als auch seine Würde. Sie stellen sich über ihn und nehmen ihm das letzendlich entscheidende Stückchen Freiheit, was über sein Leben entscheidet. Sie nehmen ihm jedoch auch die Würde, da sie es zwar für richtig halten, er aber nicht, ist das, so blöd es nun klingen mag, intolerant. Sie geben ihm also einen minderen Wert, da sie sich über ihn stellen und somit eine Ungleichheit mit resultierender Ungerechtigkeit herstellen.

Er hat sich dazu entschieden sich umzubringen (= Freiheit im paradoxen Sinne, da diese Freiheit ja über Tod und Leben entscheidet) und hat Würde sofern dies respektiert, beziehungsweise toleriert wird. Sich selbst hat er weder die Würde noch die Freiheit genommen. Die Freiheit, weil er sich dafür entschieden hat nicht zu leben, sich die Freiheit herausnimmt über seine Freiheit im Bezug auf das Leben zu entscheiden. Da in diesem Fall Freiheit nicht als Leben gesehen werden darf, sondern als das was er will und das ist eben “Nichtleben”. Und die Würde würde ich im bezug auf seine Person so definieren, dass er selbst damit übereinstimmt zu sterben, seine eigene Entscheidung respektiert. Da in diesem Fall wirklich keine Person betroffen ist außer er, da es ja eher ein Zufall, ein nicht gewolltes Ereigniss ist, dass jemand vorbei kommt der jetzt in diesen Prozess eingebunden wird. Die Beteiligten die der Hängende also bedacht/eingeplant hat sind keine außer ihm, da der Vorbeikommende erst kommt, wenn sich der Hängende schon zwischen Tod und Leben befindet. Sie oder ich sind nun eine Variable die nicht eingeplant werden konnte. Wir nehmen uns, wenn wir eingreifen, das Recht heraus uns über ihn zu stellen, da wir uns als “allwissend”, “unfehlbar” und “perfekt” sehen, jeden anderen aber nicht. Der Vorbeikommende schreibt sich den Zufall wohl als “Schicksal” zu. Es wäre ja sogar eine nicht würdevolle Handlung, da wir ihm keine Würde zugestehen.

Wenn wir also eingreifen nehmen wir dem Mann seine Würde, da wir sie nicht anerkennen und seine Freiheit, weil wir sein Handeln als falsch sehen, unseres dagegen als richtig, und deshalb in seine individuelle Freiheit eingreifen, sie “aufheben”, komplett wegnehmen, da diese Freiheit als seine letzte gesehen werden muss. Diese Freiheit der Entscheidung war insofern das Maximum an Freiheit, da er sich entschieden hat, und es sogar getan hat, wir  das aber aufheben. Noch fataler wird es, wenn man bedenkt, dass für ihn keine Möglichkeit mehr bestand seine Entscheidung zu revidieren, sie also komplett abgeschlossen gewesen sein muss.

Wenn man nicht eingreift, lässt man ihm sowohl seine Würde als auch Freiheit, wenn doch nimmt man ihm jedoch beides und lässt ihn womöglich als Krüppel (Folgeschäden des Hängens) in der ihm nicht zusprechenden Welt zurück. Handeln im Sinne von Eingreifen, ist, wie ich bereits sagte, nur bei einer Ungleichheit gerechtfertigt, jedoch erzeugen Sie durch das Eingreifen erst die Ungleichheit, in welche der Hängende wiederrum nun nicht eingreifen kann.

Sehe ich es nun richtig, dass Würde das Akzeptieren der individuellen Freiheit eines jeden, vor dem Hintergrund des kategorischen Imperaives ist?

Ich hatte, als ich anfieng, das Ziel meine Meinung, dass das Vorbeigehen richtig ist, zu fundieren, da ich dachte, wenn ich da hängen würde und sterben wollen würde, würde ich nicht wollen, dass sich jemand über meine Entscheidung und der daraus resultierenden Tat stellt, sich als besser sieht, und mich dann wieder ohne dass ich ihn hätte aufhalten können in die Welt zurück holt.

Und Sie?

TV-Duell Mappus vs. Schmid

Vergangenen Mittwoche traten die Spitzenkandidaten von CDU und SPD in einem TV-Duell auf dem SWR gegeneinander an. Von der Uni Hohenheim wurde während des TV-Duells eine Live-Umfrage mit 120 Personen durchgeführt. Die Untersuchung sollte zeigen, welcher Kandidat zu welcher Zeit und somit bei welchem Thema besser punkten konnte.

Anfänglich war ich sehr angetan von dieser Art einen Sieger ausfindig zu machen, auch wenn für mich 120 Teilnehmer nicht undbedingt als repräsentativ bezeichnet werden können.

Doch an dieser Stelle möchte ich nicht auf die Themen speziell eingehen, bei denen der eine oder der andere Kandidat gepunktet hat. Mit Sicherheit gab es auf beiden Seiten “starke” und “schwache” Themen sowohl für Mappus als auch für Schmid. Was mich allerdings schockiert hat war die Auswertung der Studie durch Prof. Dr. Frank Brettschneider.

Nach meinem Eindruck hat Nils Schmid in Sachen Rhetorik, allgemeines Auftreten, Sachverständnis und Inhalt in voller Linie herausgeragt. Bestätigt wurde mir das durch die anschließende Kurve, die das Ergebnis der Studie darstellte. Doch als Prof. Dr. Frank Brettschneider die Kurve auswertete und zu dem Ergebnis gekommen ist, das Mappus vorne gelegen haben solle, kamen bei mir doch starke Zweifel auf.

Nach einiger Recherche im Internet kommt dann doch der Verdacht auf, dass der besagte Professor wohl CDU nah sein könnte (vor allem ein Vortrag bei einem Neujahrsempfang haben mich stutzig gemacht!)

Nun ja jeder soll sich sein eigenes Urteil darüber bilden! Ebenso lasse ich mich gerne von Besserem belehren. Milde ausgedrückt halte ich diese Art von Wählermanipulation allerdings für eine Unverschämtheit! Wer sich selbst ein Bild machen möchte, hier ist der Link zum TV-Duell. Ab Minute 96 ist die besagt Grafik und der Kommentar von Prof. Dr. Frank Brettschneider zu finden.

Brauchen wir ein zweites Tschernobyl?

Die Rund 45 km lange Menschenkette zeigt deutlich, dass die Menschen den Kernkraftwerken nicht mehr trauen und dass sie sich auch nicht von einer theoretisch geringen Wahrscheinlichkeit, eines Zwischenfalls oder sogar eines GAUs, beruhigen lassen. Doch als bräuchte diese Menschenkette noch eine mahnende Unterstreichung, muss die Welt zusehen, wie Japan und die umliegenden Länder darum bangen, dass die Kernschmelze in 4 japanischen Atomkraftwerken verhindert werden kann.

Seid Tschernobyl weiß die Menschheit um die Gefahr, die von einem GAU ausgeht. Das ist der Grund, warum nicht nur die Presse sich, seid dem Erdbeben, fast ausschließlich auf Berichte aus Japan konzentriert, sondern auch die Bundesregierung schon eine Krisensitzung einberufen hat. Doch gerade von einer Regierung, die gerne an der Kette der AKW Betreiber hängt, bekommt man genauso wenig sichere Informationen über den Vorfall in Japan, wie auch von der japanischen Regierung. Natürlich wissen nur die Personen, die zur Zeit direkt am und im Kernkraftwerk sind wirklich, was passiert ist und welche Folgen dieser Zwischenfall haben wird. Genauso wie die japanische Bevölkerung den Informationen ihrer Regierung, über die Sicherheit der AKWs, nicht trauen kann, so muss sich auch die deutsche Bevölkerung fragen, ob FDP, CDU und die Schwesterpartei CSU, die bayerische Blaskapelle (wobei ich dabei weniger an Trompeten als an Pfeifen denke!), ihre Bürger über die Sicherheitszustände der Kernkraftwerke richtig informieren.

Es ist traurig, dass auch 4, von Erdbeben und einer Explosion, geschüttelten und teilweise zerstörten Kernkraftwerke unsere Regierung um Frau Merkel nicht beeindrucken. Natürlich hat sie damit Recht, dass man Japan nicht mit Deutschland vergleichen kann, doch die Sicherheitsstandards Japans sind ähnlich den Deutschen.

Wie die Beispiele in Japan und Tschernobyl zeigen, könnte man in der folgenden Textpassage aus einem Lied von Wolf Biermann wohl einfach das Wort “Sozialismus” durch “Kernkraft” ersetzen und hoffen, dass sich manche Probleme von selbst lösen:

Und das beste Mittel gegen
Sozialismus (sag ich laut)
Ist, daß ihr den Sozialismus
Aufbaut! AUFBAUT!!!

(aus dem Lied “Warte nicht auf beßre Zeiten” von Wolf Biermann)