Die menschliche Arbeitskraft – eine Ware

Die menschliche Arbeitskraft ist auch eine Ware, die sich der Kapitalist kauft. Er lässt sie Waren produzieren, die er dann wieder verkauft.

Die menschliche Arbeitskraft als Ware erzeugt im Laufe des Arbeitsprozesses Wert. Doch das Wertprodukt, das von der menschlichen Arbeit geschaffen wurde, ist mehr wert als ihr eigener Wert. Arbeit schafft Werte, ist die Quelle des gesellschaftlichen Reichtums.

Wenn ein Arbeiter also z.B. acht Stunden am Tag arbeitet und einen Bruttowert von z.B. 200 Euro schafft, erarbeitet er in den ersten vier Stunden den Wert, der seinem eigenen Wert entspricht (z.B. 100 Euro). Die restlichen vier Stunden aber erarbeitet er Wert, der über seinen eigenen Wert hinausgeht und den sich der Unternehmer aneignet, dies wird dann Mehrwert genannt.

Während eines Teils des Arbeitstages produziert der Arbeiter das Äquivalent seiner Arbeitskraft, den Rest der Arbeitszeit schafft er dem Kapitalisten seinen Mehrwert. Je länger die Restzeit ist, umso mehr Mehrwert kann entstehen. Dies so weit wie möglich auszudehnen ist das Anliegen des Kapitalisten. Marx nennt dies den absoluten Mehrwert.

Damit die Arbeitskraft als Ware bezeichnet werden kann, sind zwei Vorraussetzungen nötig. Der Arbeiter muss  seine Arbeitskraft an den Besitzer von Produktionsmitteln verkaufen können, da er ja selbst nicht die notwendigen Mittel zu Produktion hat. Da ihm diese Mittel fehlen und er seinen Lebsensunterhalt bestreiten muss, ist er gezwungen seine Arbeitskraft als Ware zu verkaufen.

Der Kapitalist will nun wie gesagt Kapital anhäufen, doch bringt der Austausch von gleichen Waren ja keinen Mehrwert. Nur aus dem Gebrauchswert der Ware entsteht ein Wertzuwachs, diesen Wert schafft der Arbeiter, nicht die Maschinen.

Der Kapitalist lässt den Arbeiter nicht nur so lange arbeiten, bis ein Äquivalent zum gezahlten Wert seiner Arbeitskraft produziert ist, sondern länger.Er rechtfertigt dieses Verhalten damit, dass er ja durch Kauf in Besitz der Ware Arbeitskraft gelangte und somit alle Verfügungsgewalt über sie hat.

Mehrwert kann also nur durch die Ware Arbeitskraft, also durch den Mensch ( = variables Kapital ) produziert werden. Die menschliche Arbeitskraft erhält die Produktionsmittel und setzt Wert hinzu, d.h. der Kapitalist kann teurer verkaufen. Rohstoffe und Maschinen ( = konstantes Kapital ) geben ihren Wert an das Produkt ab.

Die Rate des Mehrwerts bestimmt sich aus dem Verhältnis der Mehrarbeit zur notwendigen Arbeit, da der Produktwert immer gleich bleibt.

Was den Kapitalisten aber interessiert ist der Profit, d.h. Mehrwert in Beziehung zum eingesetzten Kapital.

(Quelle: Philosophisches Wörterbuch/ 1/ Herausgeber: Georg Klaus, Manfred Buhr)

Wenn man unter Berücksichtigung dieses theoretischen Aspekts der menschlichen Arbeit das aktuell diskutierte Thema Mindestlohn betrachtet gib es, nach Marx, nur eine Möglichkeit, man braucht einen Mindestlohn. Denn ohne diesen stehen alle Türen zur Ausbeutung des Menschen durch den Menschen offen. Da menschliche Arbeit nicht nur von denen, die sie verrichten, sondern auch von denen die sich verrichten lassen gebraucht wird, sollte für diese doch fest garantiert werden.

Nach dieser “kleinen” marxistischen Theorie – Lektüre können Sie sich ja mal Gedanken über die 1€ – Jobs machen…

Author: susdummy

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