Obamania

Europa “hat schon gewählt” und bevorzugt klar Obama, der sich vor wenigen Tagen mit dem längsten Wahlkampfspot (und ziemlich sicher auch dem teuersten) der Geschichte im US-Fernsehens so breit machte, dass die Übertragung eines Spiels der World Series verschoben werden musste. Baseball wäre vielen wohl lieber gewesen als das hier:

Warum Obama in Europa trotz derartig pathetischer Hollywood-Spots so erfolgreich ist, dem geht die Presseschau auf eurotopics nach – allerdings ohne eine klare Antwort zu finden. Die ZEIT hingegen spekuliert, dass das kontinentale, eher sozialdemokratische Politikmodell Obamas den Ausschlag gibt. Eine These, die auch im Expertengespräch auf SWR2 Forum [MP3] anklingt.

Dass ein derartiger Wahlkampf in Deutschland nie stattfinden wird, versucht politik-digital unter dem Titel “Nicht einfach den Obama machen” zu begründen. Gut, dass wir verschont bleiben, denn Europa könnte mit dem vielen Lorbeer so oder so ziemlich auf dem Holzweg sein [1] [2] [3] [4] [5] – Obama hat nämlich Deutsche Wurzeln ;-). Das Hauptproblem dürfte wohl sein, dass Europäer die Vokabel multilateral aus dem Mund eines Amerikaners nicht so verstehen, wie diese ziemlich sicher gemeint ist: burden-sharing.

Ein Element des US-Wahlkampfes ist mir trotzdem sehr sympathisch: Ge-netzt wird in US-Wahlkämpfen schon seit mehreren Jahren recht heftig. Eine kleine Auswahl: Im zweiten Whitehouse können Nutzer Aufgaben für den neuen Präsidenten hinterlassen und in BigDialog Botschaften. Wer selbst mitwählen will wird hier bedient.

Beständigere Hintergrundinformationen zur USA, als sonst zu Wahlzeiten, sind im entsprechenden Dossier auf den Seiten der Bundeszentrale zu finden. Gehaltvolle Informationen zum politischen System der USA sind im Heft 283 der Informationen zur politischen Bildung zu haben. Sehr informativ ist auch der Blog “USA erklärt“.