Internationale Organisationen und deren Interessen in Somalia

Ärzte ohne Grenzen:
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 16 Jahren in Somalia.
Derzeit stellen die Teams medizinische Versorgung in elf Regionen bereit. Rund 60 internationale und mehr als 800 nationale Mitarbeiter führen jährlich mehr als 300.000 ambulante Behandlungen durch und nehmen rund 10.000 Patienten stationär auf
Leider ist es in den letzten Monaten zu zahlreichen Entführungen von Mitarbeitern der Internationalen Organisationen gekommen.
Auch zwei Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen wurde entführt und verschleppt und erst nach einer hohen Lösegeldforderung wieder freigelassen.
Solche Taten sind inakzeptabel und beeinträchtigen die humanitäre Hilfe für die Menschen, die sie am meisten brauchen
Die beiden Mitarbeiterinnen arbeiteten in Somalia, um den Menschen zu helfen. Die Zivilbevölkerung bezahlt für den andauernden Konflikt in Somalia, und das Überleben vieler hängt von externer Hilfe durch einige humanitäre und internationale Organisationen ab. Somalia war und ist eine vergessene Krise, und solche Ereignisse verstärken nur das Leiden der Menschen dort
Obwohl ein Teil der internationalen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen aus Sicherheitsgründen evakuiert worden ist, werden die Programme in Somalia weiterlaufen, um Tausenden Menschen zu helfen, die von dem Konflikt dort betroffen sind.

http://www.aerzte-ohne-grenzen.de

Welthungerhilfe:
Die Welthungerhilfe ist seit 2001 in Somaliland. Gegenwärtig laufen Projekte in einem Umfang von 3,5 Millionen Euro. Die Organisation arbeitet privat und gemeinnützig unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Seit 1962 betreute sie eigenen Angaben zufolge rund 5000 Projekte in 70 Ländern. 2006 standen der Organisation 175,5 Millionen Euro zur Verfügung, davon 34,3 Millionen aus Spenden. Der Rest waren öffentliche Gelder des Welternährungsprogramms, der EU und der Bundesregierung.
In Somaliland ist die Ernährungs- und Gesundheitssituation der Menschen laut Welthungerhilfe schlecht wie sonst kaum auf der Welt.
Insgesamt sind vier deutsche Mitarbeiter der Welthungerhilfe in Erigabo in der abtrünnigen Region stationiert.
Sie leisten in dem dürren und bitterarmen Gebiet landwirtschaftliche Basishilfe: Den Menschen, die zumindest teilweise sesshaft leben, erklären sie Bewässerungstechniken oder Anbaumethoden.
Zwei dieser vier Mitarbeiter wurden im letzten Jahr von somalischen Einheimischen entführt.
Eine Einschätzung der Hintergründe der Entführung ist so gut wie unmöglich.
In Somalia herrschen seit Jahren schwerbewaffnete Banden über ganze Landstriche. Regelmäßig entführen diese Gangs Somalier und Ausländer, die meist gegen Lösegeld eingetauscht werden sollen.
Meist kann man über lokale Würdenträger mit den Banden verhandeln.

http://www.auswaertiges-amt.de

Äthiopien:
Das stark christlich geprägte Äthiopien unterstützt Somalias offizielle Regierung gegen die Islamisten. Es sieht sich seit langem durch die Regierungen der Nachbarstaaten Eritrea im Norden und Sudan im Nordwesten bedroht.
USA.  befürchtet, dass Somalia ein radikalislamischer Staat und eine Terrorbasis wird wie einst Afghanistan.
Die Islamisten werden von Äthiopiens Erzfeind Eritrea unterstützt.
Dies ist einer der Hauptgründe, warum Äthiopien eigene Interessen in dem somalischen Bürgerkrieg hat .Diplomaten warnen seit langem vor einem Regionalkrieg am Horn von Afrika. Sie fürchten, ein solcher Stellvertreterkrieg auf somalischem Boden könne extremistische Kämpfer anziehen und zu Terrorattentaten in der Region führen. Einem Uno-Bericht zufolge beliefern schon jetzt zehn Staaten die Konfliktparteien in Somalia mit Waffen und Ausrüstung.

http://www.spiegel.de/

Operation Atalanta:
Die EU Operation Atalanta ist eine multinationale Mission der EU zum Schutz der freien Seefahrt und zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias  Die Mission ist die erste Marineoperation der EU.
Im September 2008 wurde zunächst ein Stützpunkt eingerichtet, um im Rahmen des UN-Sicherheitsrates den Schutz des Schiffsverkehrs vor der somalischen Küste zu koordinieren.
Anfang November 2008 beschloss die EU mehrere Kriegsschiffe und Soldaten zur Bekämpfung der Piraterie vor die Küste Somalias zu stationieren.
Sie ist zunächst auf einen Zeitraum von zwölf Monaten begrenzt.
Der Auftrag des Marineverbands ist der Schutz humanitärer Hilfslieferungen nach Somalia, der Handelsseefahrt im Golf von Aden und Bekämpfung jeglicher Piraterie. Laut Beschluss des EU-Rats vom 10. November 2008 ist die Mission zur Abwehr von Überfällen auf See zu allen notwendigen Mitteln befugt, um ihre Aufgabe durchzusetzen.
Die rechtliche Grundlage der Operation bilden das allgemeine Völkerrecht, das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 und gegebenenfalls erforderliche multilaterale Vereinbarungen.
An der Operation Atalanta nehmen sechs Schiffe, drei Aufklärungsflugzeuge sowie Soldaten die an Bord gefährdeter Frachtschiffe gehen, teil. Eine logistische Basis wurde in Dschibuti (Stadt) eingerichtet.

Folgende Nationen stellen derzeit Kräfte im Einsatzgebiet:
Vereinigtes Königreich, Griechenland, Frankreich, Deutschland ,Spanien

beabsichtigte Teilnahme
Italienische Marine, Niederlande, Belgien ,Schweden

Beratungen über einen Beitrag der Marine Japans finden derzeit statt.

Das Hauptquartier auf der militärstrategischen Ebene (Operation Headquarter) befindet sich in Northwood bei London.
Operation Commander für den vorgesehenen 12-Monats-Zeitraum ist der britische Rear Admiral Philip Jones (Berufung am 8. November 2008). Sein Stellvertreter ist der französische Konteradmiral Jean Pierre LaBonne, dessen Nachfolger nach sechs Monaten ein deutscher Offizier sein wird.
Vor Ort wird der Verband durch den Force Commander geführt, den im viermonatigen Wechsel Griechenland, Spanien und die Niederlande stellen.

www.spiegel.de;  Artikel: Süddeutschezeitung (14.01.09: “Die Warlords warten schon”
Beitrag der Bundeswehr:
Die deutsche Beteiligung erfolgte ab 22. Dezember 2008 durch Beschluss des Bundestags vom 19. Dezember 2008. Der Schwerpunkt des deutschen Beitrags liegt im „Schutz für die Schiffe des Welternährungsprogramms“, auch durch Einsatz „von bewaffneten Kräften an Bord dieser Schiffe, insbesondere wenn sie die Hoheitsgewässer Somalias durchqueren“. Darüber hinaus sollen die deutschen Kräfte „im Einzelfall und bei Bedarf […] zivilen Schiffen im Operationsgebiet“ Schutz gewähren und zur „Überwachung der Gebiete vor der Küste Somalias, einschließlich der somalischen“, sowie „zur Abschreckung, Verhütung und Beendigung von seeräuberischen Handlungen oder bewaffneten Raubüberfällen, die im Operationsgebiet begangen werden könnten“ beitragen.
Der Beschluss des Bundestags schreibt für die Bundeswehr eine Personalobergrenze von 1.400 Soldaten vor und legt als Einsatzgebiet das Seegebiet und den Luftraum vor Somalia bis zu 500 Seemeilen vor der Küste und seiner Nachbarländer fest.
Momentan ist die Deutsche Fregatte Karlsruhe mit 235 Soldaten an Bord im Einsatz.
Es ist zeitlich zunächst bis zum 15. Dezember 2009 begrenzt.
Am 25. Dezember 2008 wehrten deutsche Bundeswehrsoldaten einen Piratenangriff  ab.
Die Angreifer hatten das Schiff beschossen und ein Crewmitglied wurde verletzt.
Die Kaperung konnte durch den Einsatz eines Bordhubschraubers der Fregatte Karlsruhe verhindert werden. Das Piratenboot wurde im weiteren Verlauf durch die Karlsruhe aufgebracht und die Angreifer entwaffnet. Die Piraten wurden freigelassen, da kein deutsches Rechtsgut verletzt worden war und somit keine Grundlage für eine Strafverfolgung bestand.

Kritik in Deutschland :
Kritiker der Mission merken an, dass die Mission nicht die gesellschaftlichen Ursachen der Piraterie anpacke.
Überfischung durch illegal operierende Fisch-Trawler aus der EU, Russland und Asien sowie die illegale Müllentsorgung in somalischen Gewässern sollen viele ehemalige Fischer und Angehörige der Küstenwache nach dem Kollaps des somalischen Staates 1991 in die Piraterie getrieben haben.[
Zweifel gibt es auch darüber, ob die Grundrechtseingriffe gegenüber Tatverdächtigen hinreichend gesetzlich legitimiert sind.

Sonstiges:
Alle zivilen und militärischen Schiffe können im Rahmen der Nothilfe bei einem Piratenüberfall Hilfe leisten. Außerhalb der explizit dafür vorgesehenen Operation Atalanta beteiligen sich verschiedene Nationen am Einsatz gegen die Piraterie in diesem Seegebiet.

Author: susdummy

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2 thoughts on “Internationale Organisationen und deren Interessen in Somalia”

  1. Mit Punkte setzen hast dus nicht so was 😉

    Sind eigentlich die Ärzte ohne Grenzen- und Welthungerhilfemitarbeiter wieder freigekommen?

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