Afrika in Somalia

Geographisch liegt Somalia unumstritten in Afrika, doch gegenwärtig ist Afrika auch in Somalia zu finden.

Dieses Phänomen lässt sich einfach durch die Truppenpräsenz der Friedensmission der Afrikanischen Union in Somalia erklären. Die Truppen bestehen aus Militäreinheiten aus Burundi und Uganda, zwar haben weitere Afrikanische Staaten Truppen für den Einsatz versprochen ( z.B. Malawi, Nigeria, Ghana) jedoch bleiben diese zum Teil aus logistischen Problemen aber auch Aufgrund der aktuell sehr brisanten Lage aus. Das Ziel der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (abgekürzt AMISOM) ist die Stabilisierung der Lage und Unterstützung der Übergangsregierung. Eine weites Einsatzgebiet der Afrikanischen Union ist die friedensüberwachende Mission (AMIS) in der Krisenregion Darfur im Sudan. Der Einsatz in Somalia ist durch die parallel laufenden Missionen logischerweise geschwächt, es fehlt an Geldern und Truppen bei beiden Missionen.

Die Afrikanische Union steht vor massiven Problematiken. Als nicht gerade erleichternder Faktor kommt, dass diese noch nicht lange Bestehen (seit 2001/2002) hinzu.

Aufgebaut ist die Organisation ähnlich wie die EU, auch die Ziele sind sehr Ehrwürdig, jedoch auch schwer zu realisieren. Mit dem Punkt der Friedlichen Beilegung von Konflikten zwischen Mitgliedstaaten der Union, die sich die AU auf die Fahnen geschrieben hat, ist eine sehr harte Nuss zu knacken.

Mit dem Einsatz in Somalia und der dortigen Situation öffnet sich eine weitere Büchse der Pandorra. Für ganz Somalia gesehen ist die Einsatzgruppe der AMISOM viel zu klein, der Effekt für die gesamte Stabilität ist ähnlich wie der Tropfen auf den heißen Stein. Das Einsatzgebiet beschränkt sich daher auch vor allem auf Bereiche Mogadischus und umliegende Regionen, so wie zum Teil der Schutz der Übergangsregierung.

Durch den Abzug der Äthiopischen Truppen, was Bedingung für ein Friedensabkommen der Übergangsregierung mit der Allianz für die Wiederbefreiung Somalias war, entsteht ein Machtvakuum. Das Entstehen soll durch die Besetzung, der bisher von äthiopischen Truppen kontrollierten Stützpunkte, mit Truppen der AU, vermieden werden. Zum Teil sollen solche Stützpunkte auch an Clanführer, Kriegsfürsten und gemäßigte Islamisten übergeben werden.

Möglich ist außerdem, dass die äthiopischen Truppen erstmals nur die Stadt Mogadischu verlassen, und sich in nahen Regionen bereit halten, sollte die Situation weiter eskalieren.

Gerüchten zufolge wollen Uganda und Burundi ihre Truppen ebenfalls abziehen . Die beiden Länder stellen hauptsächlich die Truppen für den Einsatz der AU in Somalia zur Verfügung. Ein Abzug der Truppen würde für die Übergangsregierung bedeuten, kaum mehr militärische Mittel zur Verfügung zu haben.

Der ständige Verlierer in jeder Konfliktregion ist die Bevölkerung. Egal wie die Militärlage und das Mächteverhältnis in Somalia ist, die Bevölkerung leidet und hungert weiter. Selbst humanitäre Hilfsorganisationen sind nicht sicher vor Angriffen. Schiffe der Welthungerhilfe benötigen  Eskortschiffe um für die Nahrungslieferung für die somalische Bevölkerung sicherzustellen.

Je länger die Situation in Somalia in diesem Ausmaß instabil bleibt, desto mehr Menschen hungern und sterben.

Author: susdummy

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