Die USA und Somalia

Als ob Obama nicht schon genug auf seiner „To-Do-Liste“ hat. Nun muss sich der neue US Präsident neben Irak und Afghanistan auch noch um die Piraterie vor Somalia kümmern. Was auch immer seine Entscheidung diesbezüglich sein wird, sie ist nicht einfach. Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg waren die US Streitkräfte so strapaziert und am Limit wie jetzt, was nicht nur mit den Einsätzen im Irak und Afghanistan sondern auch mit Friedensabkommen in Süd Korea, Japan und Taiwan zu tun hat.

Bisher wurden zwar noch keine US Schiffe überfallen. Sollte dies jedoch geschehen, muss man davon ausgehen das die Amerikaner reagieren werden. Nicht nur die Sicherheit ihrer Schiffe sondern auch die Zustände in Somalia selbst bereiten den Amerikanern Sorgen. Ein Somalia wie wir es zur Zeit haben ist der perfekte “Nistplatz” für jegliche Art von Terrorismus was eine Amerika seit 9/11 nicht dulden kann. Die US-Militärs sehen eine Lösung in einer militärischen Zusammenarbeit mit Russland, was aus einer US-amerikanischen Resolution im UN-Sicherheitsrat (18.12.2008) hervorgeht. Die Antwort der Vereinten Nationen ist ganz im Sinne der US-Militärs. Seit dem 13. Januar 2009 dürfen alle mit der Übergangsregierung in Somalia zusammenarbeitenden Staaten ihre militärischen Operationen auch auf somalisches Territorium und den Luftraum, ausweiten. Meiner Meinung nach werden sich die USA jedoch hüten Piratenschiffe mit militärischen Mitteln zu bekämpfen oder gar in Somalia einmarschieren. Statt dessen nutzen sie ihren Verbündeten Äthiopien um ihre Vorstellungen für Somalia einzubringen. Dies wird mit dem Rückzug Äthiopiens nun schwerer.

Die Piraten bringen jedoch nicht nur schlechte Nachrichten für Obama: Angenommen ein Iranisches Schiff würde angegriffen werden, so wird die iranische Regierung, an der Bekämpfung der Piraten teilhaben wollen. Die Zusammenarbeit zwischen iranischen Kriegsschiffen und der bereits patrouillierenden US-Navy, würde ein enormes Maß an Koordination benötigen und die verfeindeten Länder vielleicht wieder näher zusammenführen.

Ähnliches gilt für Russland. Die bevorstehende Zusammenarbeit von noch-US Außenministerin Condoleezza Rice und Russlands Außenministerin Sergej Lawrow, verspricht verstärkten Zusammenhalt beider Nationen.

Die Menschenrechtler in den USA sind sich wie auch immer einig. Sie wollen eine friedliche Lösung, möglichst mit Hilfe einer neu aufgebauten Regierung innerhalb Somalias.

Ob dies jedoch so einfach zu erreichen ist, ist fraglich. Nun muss man abwarten und den Lauf der Dinge verfolgen um zu sehen ob der „Plan“ aufgeht. Ansonsten könnte es vielleicht bald neues Material für einen Kriegsfilm à la „Black Hawk Down“ aus Hollywood geben.

Author: susdummy

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2 thoughts on “Die USA und Somalia”

  1. Hm das klingt immer so toll: zwei verfeindete Länder können plötzlich wieder kooperieren weil sie ein gemeinsames Ziel haben. Aber wenn das Ziel dann erreicht ist…

  2. Integration durch einen gemeinsamen Feind funktioniert schon – siehe Europa / EU nach dem 2ten Weltkrieg / im Kalten Krieg. Nur, fürchte ich, üben die Piraten vor Somalia wohl keinen ausreichenden Druck auf die Beteiligten aus. Das Problem dürfte wohl zu klein sein, um Iran und USA zusammen zu führen – denn auf dem Meer kann man sich ja z.B. durch Aufteilung von Überwachungsgebieten wunderbar aus dem Weg gehen.

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