Geschichte Somalias

Der Überblick über die Geschichte Somalias, soll als Hintergrund zu den aktuellen Ereignissen vor der Küste Somalias (Piraterie) und allgemein in Somalia dienen.

Die ältesten bekannten Spuren von Menschen, aus dem Gebiet des heutigen Somalias, sind Höhlenmalereien, die etwa aus den Jahren 9000 – 8000 v. Chr. stammen. Von etwa 500 v.Chr. bis 100 n.Chr. wanderten Menschen aus dem äthiopischen Hochland ein und vermischten sich mit arabischen und persischen Einwanderern, die ab dem 7.Jahrhundert auch den Islam mit in das Gebiet brachten. Durch die Ankunft muslimischer Patriarchen (Scheichs) im 11. – 13. Jahrhundert, kam es zu einer weiteren Verbreitung des Islams. So wurden auch Clans (Familienverbände) eingeführt. Es gibt sechs große Clanfamilien die sich auf Stammesväter zurückführen und die in viele Unterclans gegliedert sind . Die Clanzugehörigkeit wird patrilinear vererbt. Innerhalb der Clans unterstützten sich die Menschen, während es nach außen nur selten engere Bindungen gab. Die Clans haben in der Regel kein Oberhaupt und kaum hierarchische Strukturen. Die „Ältesten“ sind Respekts- und Autoritätspersonen.
1884 schloss Großbritannien Verträge mit Clans in Nordsomalia, wodurch der Norden zu Britisch-Somaliland wurde. Vier Jahre später stimmten Sultane aus dem Süden und dem Zentrum des Landes einem italienischen Protektorat zu und es entstand Italienisch-Somaliland. Die Italiener nutzten das Gebiet hauptsächlich zum Baumwoll-, Bananen- und Zuckerrohranbau.
Im Jahr 1960 feierte Somalia seine Unabhängigkeit von kolonialer Fremdherrschaft. Am 26. Juni wurde zunächst Britisch-Somaliland unabhängig, Italienisch-Somaliland folgte am 1. Juli. Die beiden Gebiete vereinigten sich dann zur Republik Somalia. Erster Präsident der neuen Republik wurde Aden Abdullah Osman Daar. Das Verhältnis zu den Nachbarstaaten war, durch von Somalia gestellte Gebietsansprüche, angespannt. 1963 wurde das Frauenstimmrecht eingeführt. 1967 wurde Abdirashid Ali Shermarke neuer Präsident und bemühte sich um eine Entspannung der Beziehung zu den Nachbarstaaten Somalias. Dieser wurde allerdings 1969 ermordet und in der Folge des Putschs übernahmen prosowjetische Militärs unter Siad Barre die Macht. 1976 gab das Militär diese an die Somalische Revolutionäre Sozialistische Partei ab, der einzig legalen Partei in Somalia, unter Siad Barre.
Ein Jahr später kam es zum Krieg zwischen Somalia und Äthiopien. Auslöser dafür war der Versuch Somalias, Kontrolle über das äthiopische Ogaden zu erlangen, das mehrheitlich von ethnischen Somali bewohnt wurde. Äthiopien erhielt die Unterstützung der Sowjetunion, woraufhin Barre mit dieser brach und sich an die USA wandte. Durch die Niederlage Somalias regte sich in der Bevölkerung Widerstand gegen das Barre-Regime und verschiedene Clans versuchten die Regierung zu stürzen. Diese reagierte mit Vergeltungsmaßnahmen. 1980 gewährte Somalia den USA Nutzungsrechte für Flugplätze und Hafenanlagen, im Gegenzug erhielt Barre Unterstützung der USA. Ab 1981 kam es immer wieder zum Kampf von Oppositionsgruppen (Somali National Movement, Somali Salvation Democratic Front, United Somali Congress) gegen das Barre-Regime. Durch das Ende des kalten Kriegs, 1989, wurde der Bündnispartner Barre für die USA unbedeutend, wodurch Barre auch deren Unterstützung verlor. Dadurch schwand seine Kontrolle über das Land und ab Dezember 1990 kam es gehäuft zu Kämpfen zwischen der Armee und einem Bündnis bewaffneter Oppositionsgruppen. Von diesen wurde Barre am 27. Januar 1991 abgesetzt und verließ Somalia. Da sich die verschiedenen Rebellengruppen aber nicht auf eine Folgeregierung einigen konnten, kam es zum Bürgerkrieg.
Am 18. Mai 1991 erklärte Somaliland, das ehemalige Britisch-Somaliland (im Norden), einseitig seine Unabhängigkeit.
Im selben Jahr kam es außerdem zu einer Hungersnot, während der hunderttausende Menschen starben. Daraufhin beschloss der UN-Sicherheitsrat 1992 die UNOSOM- Mission, zur Lieferung von Nahrungsmitteln und zur Wiederherstellung des Friedens. Dies war jedoch schwierig, da kriegerische Clans sich gewaltsam Hilfslieferungen bemächtigten und die UN-Truppen angegriffen wurden. Es kam zur Entsendung einer multinationalen Streitmacht (UNITAF), die von den USA geleitet wurde. 1993 wurde UNITAF in UNOSOM II umgewandelt. Am 3./4. Oktober starben während der Schlacht von Mogadischu, dort sollte ein Clanchef festgenommen werden, 18 Amerikaner. Daraufhin zogen die USA ihre Truppen im März 1994 zurück. Die UNOSOM II- Mission wurde 1995 beendet, obwohl kein Frieden gesichert werden konnte.
Bei den Friedensverhandlungen in Arta, 2000, wurde eine Übergangsregierung für Somalia geschaffen, die aber nur wenig Akzeptanz bei der Bevölkerung hatte und von der Opposition in Mogadischu bekämpft wurde. Daher war die Übergangsregierung zunächst im Exil in Kenia untergebracht. 2001 gelangte Somalia wieder als potentielles Rückzugsgebiet für Terroristen in das Blickfeld der USA.
Von 2002 bis 2004 gab es eine Friedenskonferenz in Kenia, aus der ein Übergangsparlament für Somalia hervorging. 2004 war Somalia außerdem vom Tsunami betroffen, bei dem auch Giftmüll aus dem Meer angeschwemmt wurde.
Die aus den Friedensverhandlungen hervorgegangenen Übergangsinstitutionen waren zerstritten und konnten sich auch, da dies zu gefährlich war, nicht in Mogadischu niederlassen. Im Februar 2006 wurde die „Allianz für die Wiederherstellung des Friedens und gegen den Terrorismus“ (ARPCT), ein loses Bündnis von Kriegsherren und Clans, gegründet. Im Juni des selben Jahres brachte die „Union islamischer Gerichte“ (UIC) große Teile Süd- und Zentralsomalias, inklusive Mogadischu, unter ihre Kontrolle und stellten eine gewisse Ordnung her. Es kam zu Kämpfen zwischen der ARPCT und der UIC. Außerdem wurden Vorwürfe laut, die UIC unterstütze den internationalen Terrorismus. Im Dezember 2006 verdrängten die Übergangsregierung Somalias und Truppen Äthiopiens, wohl auch mit Unterstützung der USA, die Union islamischer Gerichte. Äthiopien war nun anhaltend militärisch in Somalia präsent. Im März 2007 wurden 1700 Soldaten der afrikanischen Friedenstruppe AMISOM nach Somalia geschickt. Im Juli und August fand ein „Nationaler Friedenskongress“ in Mogadischu statt, der aber von den maßgeblichen Kräften und Clans boykottiert wurde. In Mogadischu kam es dann zu verstärkten Auseinandersetzungen: Islamisten und Regierungsgegner kämpften gegen die Übergangsregierung und äthiopische Truppen. Hunderttausende Menschen flohen aus der Stadt. 2008 kam es zu weiteren Kämpfen, wodurch sich die humanitäre Lage immer mehr verschlechterte. Dies hing außerdem mit einer Dürre, der Inflation, und dem weltweiten Anstieg der Nahrungsmittelpreise zusammen. Durch die Situation kam es zu Unruhen und es gab Piratenangriffe.

Quellen:

http://www.bpb.de/themen/SMLQ7U,0,0,Somalia.html

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Somalia/Geschichte.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Somalias

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Author: susdummy

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