Os/bama und die deutschen Moralapostel

Zehn Tage ist es nun her dass der meistgesuchte Mann der Welt bei einer Militäroperation getötet oder nach Meinung so mancher deutscher Blogger “ermordet” wurde. In den USA macht die Euphorie langsam Platz für unzählige Fragen und Diskussionen rund um den Top Terroristen. Besteht nun erneut ein erhöhtes Anschlagrisiko? Wie nützlich sind die Daten aus Bin Laden’s Anwesen? Bevorzugte Osama Cola oder doch eher Pepsi? (Kein Witz: http://theweek.com/article/index/214907/osama-bin-ladens-hideout-4-surprising-facts). Und vor Allem: Wer hat am meisten zur Tötung beigetragen? Präsident Obama oder doch die Verteidigungspolitik unter George W. Bush?

Schaut man nach Deutschland, sehen die Fragen ganz anders aus, im Land der Dichter und Denker wird keine Gelegenheit ausgelassen, lupenreine Moralvorstellungen und edle Prinzipien zur Schau zu stellen. Unerhört, dass die Kanzlerin auf die Nachricht des Todes eines Menschen ihre Freude äußern kann, gar “mittelalterlich” sei dieses Verhalten. Ein Glück dass wir in Deutschland einfach besser und moralisch reiner sind, als die amerikanischen Barbaren, welche das Ende der Ära Bin Laden öffentlich feierten.

Die utopischen Moralvorstellungen mancher Deutschen in Ehren,  es grenzt doch  schon fast an Zynismus, sich über angebliche Verletzungen der Grundrechte Bin Laden’s auszulassen, während in Afghanistan letztes Jahr 739 Kinder als Folge des Krieges getötet wurden. Wenn in Afghanistan ein halbes Dorf per Luftschlag in Grund und Boden gebombt wird, dann ist es allerdings keineswegs mittelaterlich, sondern eben Kollateralschaden, schließlich geht es am Hindukusch ja um die Freiheit Deutschlands.

 

 

 

Author: susdummy

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