Bundeswehrreform und das neue Afghanistan Mandat

Nun ist es soweit: Die im Jahr 1957 eingeführte Wehrpflicht inklusive Musterung wird aufgehoben. Zukünftig sollen nur noch Freiwillige Dienst an der Waffe tun. Schon ab 1. März 2011 wird keiner mehr gegen seinen Willen bei der Bundeswehr eingezogen. Jedoch bleibt die allgemeine Wehrpflicht weiterhin im Grundgesetz verankert und setzt im Verteidigungsfall wieder ein. Auch soll die zukünftige 240.000 Mann starke Bundeswehr auf 185.000 herabgesetzt werden. Desweiteren soll der freiwillige Wehrdienst 12-23 Monate dauern und eine 6 monatige Probezeit beinhalten.

Wenn es um die Frage geht, wann deutsche Truppen aus Afghanistan abgezogen werden, gab es oft nur Spekulationen. Nun legt aber Verteidigungsminister zu Guttenberg konkrete Pläne zum Truppenabzug, der schon Ende 2011 beginnen soll, vor und hofft dabei auf die Unterstüzung der SPD. Der eben genannte Abzug soll sich bis in das Jahr 2014 hinziehen. Trotzdem sei dieser Abzug auch sehr von der in Afghanistan herrschenden Sicherheitslage abhängig. Ein verantwortungsloser Abzug deutscher Truppen gegenüber der afghanischen Bevölkerung kommt für Karl-Theodor zu Guttenberg nicht in Frage. Am 28. Januar soll der Bundestag über diese Mandat entscheiden.

Author: susdummy

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2 thoughts on “Bundeswehrreform und das neue Afghanistan Mandat”

  1. Wird der Bundeswehr das gleiche wie der amerikanischen Armee blühen, wo es fast nur nur noch Menschen ohne Chancen auf dem Arbeitsmarkt hinzieht? Was haltet ihr von den Abzugsplänen, welche schon dieses Jahr umgesetzt werden sollen?

  2. Meine pers. Meinung zum Afghanistan-Einsatz veränderte sich im Lauf des Einsatzes. Am Anfang war ich noch ziemlich klar gegen den Einsatz (vor allem aus historischen Gründen und einem allgemeinen Misstrauen gegenüber gewaltsamen Konfliktlösungsstrategien), so muss ich doch inzwischen sagen: Einfach “mal so raus” geht auch nicht mehr. Wer Verantwortung einmal übernommen hat sollte auch zu dieser stehen – vor allem dann, wenn die Begründungen (nation building, die Menschen vor Ort etc.) eine menschenrechtspolitische Motivation erkennen lassen.

    Jetzt zeigt sich eben auch an den Abzugsplänen und vor allem an der Diskussion über Abzugszeitpunkte (ich wäre für: flexibel handhaben), ob die Menschenrechte die Kernmotivation waren / sind, oder ob bündnispolitische, geo-strategische, ökonomische und andere Erwägungen nicht doch dominier(t)en.

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