Keine Arktis ohne Krieg?!

Wenn man den Arktiskonflikt unter der Beachtung der realistischen Schule betrachtet, stellt man sich vielleicht die Frage wie dieser Interessenkonflikt gelöst werden soll…

Wir haben ein anarchisches Staatenbeziehungsmodell, es gibt keine übergeordnete Autorität. Zur Verdeutlichung kann man sich die schwierige Lage, wenn es Richtung Krieg gehen sollte, klar machen. Trotz zahlreicher Verträge, Abkommen und Bündnissen würden sich die USA und Russland zum Beispiel im UN – Sicherheitsrat mit dem Vetorecht gegenseitig blockieren, eine Konfliktlösung wird also schwer.
Sowohl Russland, die USA, Kanada, Dänemark, als auch Norwegen, Schweden und Finland haben alle sehr großes Interesse an der Erschließung der Arktis, doch wie das eben so ist, will jeder der Akteure am meisten. Anhänger des Realismus nennen dies die relative Gewinnorientierung. Wenn ein Akteur für eine Kooperation zu gewinnen ist, will er immer mehr als der Partner, da es sich sonst ja auch nicht lohnen würde.

Die Arktis wurde ja noch niemandem zugesprochen und ist auf Grund dessen ein kollektives Gut. Hier hat also eigentlich die ganze Menschheit mitzureden.
Doch nicht nur dieser Artikel basiert auf dem Gedanken des Realismus, die Parteien in diesem Konflikt betrachten nur sich als Anrainerstaaten dazu berechtigt auf die Arktis Anspruch zu erheben, wobei die Artktis vom weltweitem Interesse ist.
Es gibt zwar eine UN – Kommision, die auf Grund geologischer Beweise bestimmte Teile der 26 Mio. Quadratkilometer großen Arktis nach Vorlegung derer bestimmen soll, doch im Grunde stehen sich nur die Staaten gegenüber.
Alle Akteure haben das gleiche Ziel ihre Sicherheit auszubauen. In diesem Fall ist es so, die Arktis beherbergt nach amerikanischen Geologen ca 13% der unentdeckten globalen Ölreserven, ca 30% der unentdeckten Gasreserven, begehrte Bodenschätze, große Vorräte an Kohlensoffvorkommen, bis jetzt versperrte Schifffahrtsrouten als auch versteckte Fischbestände, kurz gesagt wenn ein Staat dieses riesige Gebiet oder große Teile davon zugesprochen bekommen würde, würde er sich die witschaftliche “Weltherrschaft” sichern. Somit ist also das Ziel wirtschaftliche Sicherheit, was wiederum zur sicheren Existenzsicherung führt, da die Ressourcen weltweit fast verbraucht und diese begrenzt sind. Da heutzutage quasi alle Staaten von ihrer Wirtschaftspolitik abhängig sind ist das Interesse groß.

Sie haben also alle das gleiche Ziel, Macht, wirtschaftliche Macht. Der einzigste Unterschied zwischen den staatlichen Akteuren ist, nach dem Realismus, ihr Machtpotential. So ist die Verteilung von Macht von zentraler Bedeutung in den internationalen Beziehungen. Es gibt unter den Anrainerstaaten, meiner Meinung nach, zwei “Machtriesen”, zum einen die USA, zum Anderen, Russland.
Es sind beides Atombootmächte, deren Atomuboote sich schon in den umliegenden Gewässern der Artkis befanden. Alle anderen Streitparteien sind hinsichtlich der Geschichtlichkeit zu vernachlässigen, da in der Arktis ein erneuter kalter Krieg bevorstehen könnte. Diese beiden Machtriesen hatten schon ihre Differenzen, welche nun unter dem gleichen Motiv wieder aufgefrischt werden könnten und als “Kommunikationsschwierigkeiten aufgrund von relativer Gewinnorientierung” bezeichnet werden könnten.

Frieden kann nach dem Realismus nur bei einem Mächtegleichgeweicht bestehen, und deswegen werden Allianzen und Gegenallianzen gebildet, ob das bei den hier streitenden Akteuren möglich ist bezweifle ich stark, da die Gegenüberstellung von den USA und Russland meiner Meinung nach nicht gleich sein kann. Bei einem Streit zwischen sieben Staaten unter denen sich sowohl Russland, als auch die USA befinden, kann es, denke ich, nicht zu einem Mächtegleichgewicht führen, da sich diese beiden als fast “ehrwürdige” “Gegner” gegenüberstehen und sich wohl kaum einer der anderen fünf Staaten gegen die USA, auf Seiten Russlands schlagen würde. Somit kann kein Mächtegleichgewicht bestehen und somit auch kein Frieden.

Der Streit um die Arktis ist aufgrund seiner ihn erst interessant werden lassenden Ursachen, dem Klimawandel, welcher das Schmelzen des Eises bewirkt, auch zu einem global wichtigem Thema geworden, was das öffentliche Interesse groß machen wird und somit keine schenllen radikalen Kriegshandlungen der Akteure zulässt.

Kein Frieden hört sich an wie Krieg, ist es aber nicht unbedingt, da ein ungerechter Krieg kein Krieg ist, sondern ein ungerechter Krieg und entweder durch einen Selbstverteidigungskrieg, gerecht, bekämpft, oder durch ein anderes Mitglieg der globalen Staatengemeinschaft auch gerecht bekämpft wird. Für einen gerechten Krieg, nach dem Realismus, muss sowohl die territoriale Integrität, als auch die politische Souverenität verletzt worden sein.
Aber das heißt ja nur, dass es keinen gerechten Krieg gibt, nicht dass es keinen Krieg gibt.

Ich denke, dass sich dieser Konflikt entweder durch bürokratische und diplomatische Auseinandersetzungen, welche sehr lang dauern würden und kein rundum zufriedenstellendes Ergebnis hervorbrigen würden, oder durch einen entscheidenen rechtlichen Unterschied, wie z.B. die Zugehörigkeit der Inuit zu Dänemark, als “Ass im Ärmel” ausgespielte Option der Menschenwürde, oder auch als bitterer Streit, der in einem Krieg der “Großmächte” endet, einen gewinnen, einen verlieren ließe und wohl das tragischte Ende wäre, löst.

Doch wie gesagt widerspricht die relative Gewinnorientierung einer diplomatischen oder demokratischen Lösung. Die Akteure sind frei handelnd, doch das Augenmerk der Welt fällt bei Fehlern auf sie.
Nun stelle ich mir die Frage wie weit die Großmächte für die globale wirtschaftliche Supermachtsstellung gehen werden und stelle fest, dass ich das nicht beurteilen kann und mag, da die entstehenden Folgen und Auswirkungen außerhalb meiner Vorstellung liegen.
Doch ich denke, dass diese Möglichkeit, vorallem bei den USA und Russland, zu dem absoluten Maximum an Einsatz für diese Sache führen könnte.
Keiner dieser Beiden wird dem Anderen im “Zweikampf” die “Weltherrschaft” überlassen, solange ihm keine absolut drastischen Maßnahmen bei Nichtbeachtung des Beschlusses drohen.
Es muss also eine Entscheidung getroffen werden, die weder die USA noch Russland erzürnt und als Verlierer dastehen lässt, man sieht also den Konkurrenzcharaker, vorallem dieser beiden Erzfeinde.
Gibt es also wirklich keine Arktis ohne Krieg?
Ich denke, dass es möglicherweise zu einem Wettrüsten und gegenseitigem Einschüchtern, wie im kalten Krieg kommen wird, sich dann alle übrigen Akteure auf Grund ihrer Abhängigkeit, den USA anschliesen werden, und die Arktis, nachdem sie als Schauplatz für diesen Disput herhalten musste gar nicht mehr so attraktiv sein wird…

Es kann aber auch zu einem richtigen “Kampf” ob mit oder ohne Waffen, oder schlimmer ABC – Waffen, kommen, da diese zerstrittenen Feinde beide Supermächte sind und dazu beide Atommächte.

Es gibt also möglicherweise keine Arktis wegen Krieg…

Aber vielleicht hat die Menschheit das Glück, dass der fortschreitende Klimawandel dann noch eine weitere Option für den Fortbestand der Menscheit anschwemmt.

Author: susdummy

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