Dr. Norbert Lammert am KvFG

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Am Mittwoch, den 28. Mai besuchte uns Bundestagspräsident N. Lammert, um sich mit den Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10 und 11 zum Thema “80:20 – Demokratie zu Zeiten der Großen Koalition” auszutauschen. Er blieb eine Doppelstunde lang.

Das von uns im Vorfeld gewählte Format einer Schüler-moderierten Fragerunde war insgesamt betrachtet nicht schlecht und funktionierte auch insofern, als dass sich viele SuS trauten, ihre Fragen zu stellen. Es fehlt nun jedoch die Möglichkeit zur Nachbereitung in Klasse 11. Denn: So neutral unser Bundestagspräsident in seiner Rolle in TV Auftritten und in medialen Besprechungen Dritter auch erscheinen mag – er ist es nicht.

Zwei Punkte, die mir persönlich gut in Erinnerung geblieben sind, will ich kurz in diesem Beitrag herausgreifen.

Im Kontext einer Frage zur Notwendigkeit der 5% Hürde argumentierte Herr Lammert dezidiert konservativ. Werte wie Systemstabilität und Funktionsfähigkeit wurden von ihm sehr hoch bewertet und auch mit einigen Beispielen unterfüttert. Werte wie (Stimmen)gleichheit und Repräsentationsprinzip wurden zwar erwähnt, jedoch weitgehend ohne Begründung als weniger relevant dargestellt. Ob Gleichheit, Repräsentation, Stabilität und Funktion heute noch im richtigen Verhältnis zueinander stehen, welchen Interessen die bestehende Regelung dient, welche Alternativen mit welchen Vor- und Nachteilen formuliert werden können (z.B. andere oder direkte Formen der Bürgerbeteiligung etc.) kam nicht zur Sprache.

Hier war Herr Lammert Politiker und nicht Politologe.

Das ist insofern auch in Ordnung, als dass wir ja Herrn Lammerts Position kennen lernen wollten – aber eben wichtig zu verstehen, als dass es nicht Auftrag der Schule ist, Politik im Sinne einer einzigen und bestimmten Position im Theorien- und Meinungsspektrum zu vermitteln. Bei der gegebenen argumentativen und rhetorischen Durchschlagskraft eines Politprofis, der dazu noch mit der Aura der Macht umgeben und ohne klare Rollentrennung (Bundestagspräsident – CDU-Mitglied – Lammert als Person) antritt, kann das schwächere SuS durchaus überfordern, sich den fehlenden Teil selbst hinzu zu denken.

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Im Kontext einer Frage zur Wahlrechtsreform führte Herr Lammert aus, dass das Mehrheitswahlsystem in Großbritannien schlicht akzeptiert würde: Dass hierbei eine große Zahl an Papierkorbstimmen anfällt, würde von der Bevölkerung mit einem “Das ist halt so” quittiert.

Dem ist – in der vorgetragenen Allgemeingültigkeit – keineswegs der Fall. Zivilgesellschaftliche Gruppen (z.B. ERS) sprechen sich wie auch die Liberal Democrats (siehe z.B. hier den Tag electoral reform) seit vielen Jahren für eine Wahlrechtsreform aus. Rund 1/3 der Bevölkerung will ebenfalls Reformen – siehe hierzu die Links an diesem WP-Artikel zum Wahlrechtsreferendum im UK.

Der Kontrapunkt, der Gegenpart und die Gegenrede fehlten in der Veranstaltung. Die SuS konnten in diesem Setting weder gegen den Politprofi argumentieren, noch – so vermute ich – merkten sie überhaupt, was teilweise (mit ihnen) geschah oder gesagt wurde. Der Besuch ist  vorbei – die eigentliche Arbeit beginnt erst.

Fachcurriculum Update

Das Schul- und Fachcurriculum des Fachbereichs wurde überarbeitet und ist hier nun online einsehbar oder kann als PDF herunter geladen werden:

http://kvfg.net/blogs/gemeinschaftskunde/?page_id=321

Komplett neu hinzugekommen ist der Bereich Netz und Ich:

Urheberrecht, Datenschutz und der Schutz der Privatsphäre im Internet und in sozialen Netzwerken: Die SuS sind mit grundlegenden Bestimmungen des Urheberrechts und der Datenschutzbestimmungen vertraut. Gefahren im Internet sind den SuS bewußt und sie reagieren angemessen hierauf – technisch sowie durch Datensparsamkeit.

Rechtswandel

Die Benutzerliste wurde überarbeitet: Bestehende Konten aus dem Gemeinschaftskunde Neigungsfach Abijahrgang 11 wurden kollektiv zu Contributoren gemacht. Das bedeutet, dass zwar weiterhin an alten Artikeln Veränderungen vorgenommen werden können und auch neue Artikel geschrieben werden dürfen – alle Veränderungen müssen jedoch durch die Administration freigeschaltet werden.

Die “A-Phase” für die Schuljahre 09/10 und 10/11 ist damit zu Ende. Das GemK-Blog wird in den folgenden Wochen und Monaten 1. weniger Einträge aufweisen und 2. kommen die Einträge überwiegend von mir. Schade. Andererseits gewinne ich so etwas Zeit, um das Gesamtkonzept gründlich zu überdenken. Zu viele Dinge sind schlicht unter den Tisch gefallen: Von der Nutzung der Kategorien und Tags in Blogs bis hin zu der Definition eines guten Artikels – nicht alles kam an.

Onlineheft

Die Angst des Autors vor dem leeren Blatt erreicht offensichtlich auch viele Schüler/innen, wenn diese Artikel in einem Blog veröffentlichen sollen. Die geschaffene Öffentlichkeit, und das gilt trotz Pseudonym, weil dieses zumindest für die schulische Öffentlichkeit auflösbar ist, erzeugt das Gefühl, Perfektes abliefern zu müssen. Auch Kommentare fanden sich kaum – IMHO aus dem gleichen Grund.

In den folgenden Wochen (und evtl. sogar Monaten – wir werden sehen) betreiben wir in diesem Blog nun Druckabbau: Die erscheinenden Artikel werden stellenweise Schreibaufträge im Rahmen einer Hausaufgabe sein. Meine Annahme: Die Artikel werden kürzer werden, die Qualität wird sinken – aber dafür könnte die Veröffentlichungsfrequenz und die Zahl der Kommentare steigen.

Klimaspiele

Wir spielen momentan im Unterricht Situationen aus der Klimakonferenz in Kopenhagen (und Folgekonferenzen) durch, identifizieren die strukturellen Probleme, die zum Scheitern und Gelingen derartiger Konferenz beitragen und versuchen (wenigstens in der Simulation) Lösungsmöglichkeiten auszuprobieren.

Aus diesem Grund sind in der nächsten Zeit hier Artikel zu finden, die nicht immer einen direkten Realitätsbezug aufweisen. Alle Autor/innen wurden gebeten, ihre Artikel mit dem tag klimaspiel zu versehen.

Basis für unsere Arbeiten ist ein Moodlekursraum, der demnächst hier eingesehen und herunter geladen werden kann.

OT: Themewechsel

Das Theme Atahualpa ging mir schon seit längerer Zeit kräftig auf die Nerven, weil es einfach zu viel Pflege brauchte und dauernd frische Versionen ohne erkennbaren Nutzen installiert haben wollte. So nutzte ich das heutige Update unseres Blogs auf die neueste WP Version dazu, dieses Ding restlos zu entsorgen. Bis ich was hübscheres gefunden habe, bleibt ein leicht angepasstes Standardtheme von WordPress hier kleben. Ästheten mögen mir dies verzeihen – oder sich daran gewöhnen.

Im Folgenden ein paar Angaben und auch Tests zu den Anpassungen in diesem Theme: Continue reading “OT: Themewechsel”

Wer wählt was?

Grundlage für die folgenden kurzen Zusammenfassungen aus der Quelle 11a, die am Donnerstag, den 24.09 noch vom GemK Neigungsfach überarbeitet wurden, war die folgende Webseite:

http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/

Ost – West

Im Osten hat die Linke durchaus sehr gute Ergebnisse erziehlt. Sie hat 27%, was für die Linke sehr gut ist und sie ist ebenso wie die CDU die stärkste Partei im Osten. Ich denke auch, dass die Ergebnisse mit dem früher herrschenden Kommunismus zusammenhängen.

Der These, dass im Westen die Grünen gewählt werden ist falsch. Die CDU ist die stärkste Partei im Westen, gefolgt von der SPD und der FDP. Die Grünen sind lediglich auf dem 4. Platz.

Quelle: http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/bpp1s0

Geschlecht

Frauen wählen im Vergleich zu den Männern bevorzugt die CDU. Das könnte daran liegen, dass bei dieser Partei die Chance auf eine Bundeskanzlerin am höchsten scheint. Außerdem ist zu erwähnen, dass unter den Frauen nur etwa halb so viele DIE LINKE wählen, wie es bei den Männern der Fall ist. Allgemein gibt es weniger Frauen als Männer, die jüngere oder bisher selten im Bundestag vertretene Parteien wählen.

Quelle: http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/ (nicht auf das Diagramm geführt!)

Alter

Unsere Hypothese: Je älter desto mehr CDU.

Es lässt sich erkennen, je älter die Wähler werden desto konservativer ist ihre Einstellung. Die Gruppe der über 60 Jährigen nimmt immer weiter zu. Darum wird vermehrt die CDU gewählt. Auch in den jüngeren Generationen lässt sich eine Tendenz zu den konservativeren Parteien feststellen. Auf Augenhöhe findet man allerdings auch die linksgerichteten Parteien wie SPD oder “Die Linke”.

Die Hypothese “Je älter desto mehr CDU” bestätigt sich, da die Generation der baldigen Renterner eine Tendenz zur CDU aufzeigt.
Quelle: http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/bpp0s2

Tätigkeit

Die Hypothese, “Erwerbstätige wählen FDP”, kann leider nicht mit Ja beantwortet werden, da sie erst als die 3.stärkste Partei hinter CDU/CSU (34%) und SPD(26%) steht. Vielleicht könnte man jedoch die Aussage treffen das stark Verdienende bis zu Reichen die FDP wählen.

Hypothesen wie, je unzufriedener einzelne Gruppen sind ( z.B Arbeitslose..), desto mehr Stimmen für Die Linke, bestätigten sich. Die Linke steht meist gegengesätzlich zu Volksparteien und gibt den Unzufriedenn versprechen für Veränderung.

Die RentnerInnen wählen überdurchschnittlich oft CDU, da die CDU in dieser Generation sehr verwurzelt ist und viele ältere Menschen durch ihr eher konservatives Weltbild mehr hinter der CDU stehen.

Die sonstig Tätigen wie Hausfrauen Männern wählen hauptsäachlich Grüne und sonstige. Hier liegt die Annahme falsch, je mehr soziale Interessen desto mehr SPD. Die SPD steht also heutzutage nicht mehr für Familien und Haushaltspolitik.

Quelle: http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/bpp6s0

Beruf

Leitende Angestellte oder Beamte wählen eher die CDU oder die FDP. Sie wählen seltener die SPD (22%) und Parteien wie Die Grünen oder DIE LINKE kommen beide auf Werte von über 10%. Von den übrigen Angestellten und Beamten wählt auch der Größere Teil CDU oder FDP, die Stimmen für die SPD mehren sich aber im Vergleich zu den Leitenden Angestellten. Bei den Berufstätigen und Selbstständigen steht die FDP so gut da wie sonst nie, dennoch ist auch hier die CDu die stärkste Partei. Überraschend gut in diesem Berufsfeld schneidet DIE LINKE ab(17%). Bei den Berufsuntätigen sind die kleinen Parteien ebenfalls sehr stark. Unumfochten ist allerdings wieder die CDU mit 11% Vorsprung.

Je mehr Geld, desto mehr CDU/CSU und FDP, diese These bewahrheitet sich nur teilweise. Die Umfrageergebnisse in Bezug auf den Beruf stellen ein sehr unterschiedliches Bild dar. Fast alle Parteien kommen über 10 %, was sehr selten vorkommt.

Quelle: fehlt!

Schulabschluß

Unsere Gruppe hat das Wahlverhalten von Wählern mit verschiedenen Schulabschlüssen bearbeitet. Wir haben uns verschiedene Thesen zum Wahlverhalten durch unterschiedliche Schulabschlüsse zurechtgelegt und diese mithilfe der Seite bpb (siehe Link) überprüft und sind zu folgendem Ergebnis gelangt: Grundsätzlich ist geht die Tendenz bei allen Abschlüssen zu den großen Parteien (CDU/CSU, SPD), doch ist eine klare Tendenz bei steigendem Abschluss zu kleineren Parteien erkennbar.

Quelle: http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/bpp4s0

Einkommen

Bei Personen mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 1500 € fällt auf, dass diese häufiger kleinere Parteien die unter “Sonstige Parteien” gegliedert sind, wählen. Zwar deutlich weniger, aber dennoch häufig wird auch die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) sowie die Linke gewählt. Die Christlich Demokratische Union (CDU) findet bei Arbeitern mit einem mittleren Einkommen (1500 – 3000 €) am meisten Rückhalt. Ein Großteil der Stimmen der Freien Demokratischen Partei (FDP) stammen von Personen mit einem monatlichen Einkommen von über 3000 €. Aber auch die Christlich Demokratische Union (CDU) und Bündnis 90/Die Grünen wird von dieser Gruppe häufiger gewählt.

Abschließend kann man grob zusammenfassen: Je geringer das Einkommen der Wähler, desto extremer die politische Richtung, die gewählt wird und je höher das Einkommen, desto eher geht die Tendenz in Richtung FDP und CDU/CSU.

Quelle: http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/bpp5s0