Ergebnisauswertung Teil 5: Gewichtsentwicklung und Wärmebilder

Nun zu dem Futterverbrauch, der anhand der Gewichtsentwicklung gemessen wurde. In der folgenden Tabelle ist das Gewicht der Völker vor dem Winter und nach dem Winter aufgeführt. Das Gewicht der Beute und der Rähmchen ist bereits überall abgezogen. Das heißt, dass es sich um das Gewicht der Futtervorräte, des Wachses und der Bienen handelt. Das Gewicht der Bienen und des Wachses sollte einen unwesentlichen Anteil an den gemessenen Werten haben. Alle Werte sind in Kilogramm.

Tabelle 14:

Tabelle Gewichtsverlauf

 

Die Werte, veranschaulicht, als Diagramm 15 (alle Werte in Kilogramm):

Gewichtsentwicklung

 

Hier noch ein Diagramm über den Gewichtsverlust in % (auch hier ist das Gewicht der Beuten herausgerechnet)

Diagramm 16:

Gewichtsverlust

 

Bei Betrachtung der Tabelle und der Diagramme fällt sofort auf, dass die Völker in Styroporbeuten wesentlich geringere Futterverbräuche als die Völker in Holzbeuten haben. Bei allen Völkern in Styroporbeute ist der Futterverlust geringer als 30 %. Das heißt, dass nach dem Winter, bei allen drei Völkern, mehr als 70 % des Futters, das im Herbst eingelagert wurde, noch übrig ist. Bei allen Völkern in Holzbeute beträgt der Futterverlust über 50 % und zum Teil deutlich mehr. Vor allem bei dem jungen Tviddervolk wurden die Futterreserven gegen Ende des Winters sehr knapp.

Man sieht sehr deutlich, dass die Beuten aus Styropor dem Volk einen viel besseren Schutz vor der äußeren Temperatur bieten, weil der Futterverbrauch bei Völkern in Styroporbeute viel geringer ist. Schützt die Beute das Volk gut vor kalten Außentemperaturen, muss weniger Thermogenese betrieben werden und es wird folglich weniger Futter verbraucht. In Anbetracht des Feuchtigkeitshaushaltes wird dadurch auch weniger Wasser verdunstet. Dadurch fangen in Styroporbeuten auch die Futtervorräte nicht an zu schimmeln, obwohl Styropor für Feuchtigkeit undurchlässig ist. Die hohe Feuchtigkeit entsteht in Styroporbeuten erst gar nicht.

Die Messung des Futterverbrauches hat somit sehr deutliche und aufschlussreiche Ergebnisse geliefert. Die präsentierten Werte sprechen ganz klar für die Verwendung von Styropor als Bienenbehausung.

Jetzt noch zu zwei Wärmebildern, die am 28.12.12 aufgenommen wurden. Wegen der kalten Witterung (zwischen 4 und 6 °C und kaum Sonnenstrahlung) wäre eine deutlich ausgeprägte Bienentraube zu erwarten.

Bild 17:

bild 5

Wie erwartet, kann man in dem obigen Wärmebild eine ausgeprägte Bienentraube erkennen. Links neben dem Bild kann man eine Tabelle mit einigen Messwerten sehen, die im Wärmebild eingezeichnet sind. Im Mittelpunkt der Bienentraube herrscht eine Temperatur von fast 30 °C. Je weiter man sich vom Zentrum der Bienentraube weg bewegt, fällt die Temperatur immer weiter ab. In diesem Fall beträgt die Temperatur am Rand der Bienentraube ungefähr 20 °C. Bewegt man sich noch weiter weg, fällt die Temperatur auf unter 10 °C. Wie man in dem Bild erkennen kann, handelt es sich bei der Beute um eine Hölzerne. In den zahlreichen Temperaturdiagrammen (Ergebnisauswertung Teil 1,2 und 3) wurde festgestellt, dass eine hohe Kerntemperatur, eine relativ niedrige Randtemperatur und ein großes Gefälle zwischen Mittelpunkt und Rand der Bienentraube typisch für ein in Holzbeute gehaltenes Volk ist. Diese Feststellungen kann man in diesem Wärmebild gut wiedererkennen. Es herrscht ein großes Temperaturgefälle je weiter man sich von dem warmen Mittelpunkt wegbewegt.

Macht man sich die gleichen Gedanken bezüglich der Styroporbeute, müsste überall ein relativ gleichmäßiges Temperaturniveau herrschen. Insgesamt müsste die Temperatur aber auf einem geringeren Niveau sein.

Bild 18:

bild 13

In Bild 18 ist ein Wärmebild von Holzschutzgel, einem Volk in Styroporbeute zu sehen. Leider stören die Klebebandstreifen, die der Befestigung der Sensoren dienten, etwas den ungetrübten Blick auf das Volk. Trotzdem kann man eine viel gleichmäßigere Verteilung der Temperatur erkennen. Einen Mittelpunkt, wo die Temperatur am höchsten ist, wie bei Bild 17 kann man hier nicht erkennen. Die Messpunkte in der Tabelle auf der linken Seite zeigen an, dass wie auch vermutet, die Temperatur auf einem niedrigeren Niveau ist. Die Vermutung, ausgehend von den Diagrammen in Ergebnisauswertung Teil 1,2 und 3, wurden bestätigt.

Man kann gut erkennen, dass die gute Dämmung durch Styropor dafür sorgt, dass sich die Bienentraube gar nicht oder nur sehr schwach ausbildet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

− 2 = 6