Ergebnisauswertung Teil 4: 2-Wochen Diagramm

Generell, in Betracht aller bisheriger Diagramme, ist folgender Gedanke zur Thermogenese wichtig. Je stärker die Thermogense betrieben wird, desto mehr Zucker (Glucose) wird verbrannt, und umso stärker ist die Atmung der Bienen. Obwohl Bienen anders als Säugetiere mit Hilfe der Tracheen atmen, ist das Prinzip der Atmung gleich. Sauerstoff wird aufgenommen und Kohlendioxid ausgeatmet. Dabei wird auch Wasser, im gasförmigen Zustand, ausgeschieden. Eine stärkere Atmung, um mehr Wärme durch die Thermogenese zu erzeugen, bedeutet gleichzeitig auch mehr Feuchtigkeit die entsteht und sich dann im Bienenvolk befindet. Diese Feuchtigkeit sollte längerfristig ein bestimmtes Niveau nicht überschreiten. Die stark zuckerhaltigen Futterreserven könnten anfangen zu schimmeln. Dies war allerdings bei keinem der sechs intensiv beobachteten Völker nach dem Winter der Fall. Weiter spielt die Beschaffenheit der Beute bei dem Feuchtigkeits- und Temperaturhaushalt eines Bienenvolks eine entscheidende Rolle. Holz kann im Gegensatz zu Styropor die Feuchtigkeit gut aufnehmen. Ein entscheidender Nachteil ist allerdings, dass die hölzerne Beute die Feuchtigkeit wieder verdunsten lässt, was dem Holz viel Wärme entzieht. Das heißt, wenn das Volk eine starke Thermogenese betreibt, steigt gleichzeitig auch der Wärmeverlust über die hölzerne Beute. Anders die Beute aus Styropor, die keine Feuchtigkeit aufnehmen oder verdunsten kann. Styropor isoliert unabhängig von der Feuchtigkeit gleich gut. Betreibt das Bienenvolk eine hohe Thermogenese und erzeugt damit viel Feuchtigkeit hat dies keine Auswirkung auf die Isolierfähigkeit des Styropors. Styropor eignet sich somit nicht nur wegen der guten Isoliereigenschaft an sich, sondern auch wegen der Undurchlässigkeit für Feuchtigkeit für die Verwendung als Bienenbehausung. Das erklärt auch, warum die Kern- und Randtemperatur in Holzbeuten so weit auseinander liegen (was man gut in einer Vielzahl der gezeigten Diagramme erkennen kann, zum Beispiel Diagramm 3). Das Holz hat ohnehin schon schlechtere Isoliereigenschafen als Styropor und wegen der Durchlässigkeit für Feuchtigkeit bietet es dem Volk einen vergleichsweise schlechten Schutz vor der Außentemperatur.

In Betracht dieses Aspektes wäre eine Erfassung der Luftfeuchtigkeit interessant gewesen. Es lässt sich vermuten, dass die Luftfeuchtigkeit bei kälterer Witterung wegen der erhöhten Termogenese ansteigt. Die Beobachtung des Wechselspiels zwischen Feuchtigkeit und Temperatur, besonders im Vergleich zwischen Holz- und Styroporbeute wäre mit Sicherheit sehr interessant, war in diesem Projekt vor allem wegen der hohen Kosten für entsprechende Sensoren und wegen der schlechten Stromversorgung (nur Batterien) aber leider nicht möglich.

Um die Auswertung der Temperaturdiagramme abzuschließen, soll hiermit ein letztes Diagramm, das zwar nicht dem Vergleich Styroporbeute gegen Holzbeute dient, aber trotzdem interessant ist, präsentiert werden.

Diagramm 13:

2 Wochendiagramm Tvidder

In Diagramm 13 sieht man die Temperaturverläufe in Tvidder (in Holzbeute) und die Außentemperatur. Auffällig ist, dass die Kerntemperatur zu Beginn, markiert durch den ersten grauen Kasten, viel stärkeren Schwankungen unterliegt als zu einem späteren Zeitpunkt, markiert durch den zweiten grauen Kasten. Im zweiten grauen Kasten ist die Kerntemperatur viel konstanter. Tatsächlich ist die Kerntemperatur im Bereich des ersten grauen Kastens wahrscheinlich nicht ganz so weit gesunken wie hier dargestellt. Eine Kerntemperatur von teilweise 10 oder 15 °C ist unwahrscheinlich. Trotzdem sind die Schwankungen so stark, dass man davon ausgehen kann, dass der Temperaturverlauf im zweiten Kasten wesentlich konstanter als im ersten Kasten ist.

Dieses Diagramm zeigt, dass es dem jungen noch relativ schwachen Tviddervolk (siehe Umzug und Stärkemessung) wohl nur bei Temperaturen die die 5 °C Marke nicht unterschreiten gelingt, die Kerntemperatur konstant zu halten. Bei Außentemperaturverläufen, die die 5 °C Marke unterschreiten, fängt die Kerntemperatur wieder an stark zu schwanken. Bei älteren und stärkeren Völkern ist das meist nicht der Fall. Dort entwickelt sich die Kerntemperatur zum Beispiel so, wie es in Diagramm 12 erklärt wurde.

In den nächsten Tagen wird ein Blogeintrag über den Futterverbrauch, den Wärmebildern und ein Abschluss bzw. Fazit zum Projekt erscheinen.

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