Ergebnisauswertung Teil 3: 2-Tages Diagramm und 4-Wochen Diagramm

Nachdem es nun längere Zeit keine Blogeinträge zum Projekt „Bienen im Winter“ gab, soll hiermit begonnen werden, das Projekt abschließend auszuwerten.

In diesem Eintrag sollen Diagramme über einen Zeitraum von 2 Tagen und 4 Wochen ausgewertet werden. In einem nächsten Eintrag dann noch ein Diagramm über 2 Wochen. Außerdem wird es noch einen Eintrag über den Futterverbrauch geben, der anhand der Gewichtsabnahme gemessen wurde, und es werden nochmals Wärmebilder präsentiert.

Abschließend wird das Projekt mit einem Fazit, in dem unter Anderem die Leitfrage beantwortet wird, beendet.

Diagramm 11:

2 Tagesdiagramm Tvidder Fazebuk

 

In Diagramm 11 sieht man die Temperaturverläufe von Tvidder und Fazebuk sowie die Außentemperatur über 2 Tage aufgetragen. Über die Zeitspanne von nur zwei Tagen kann man die Beobachtung machen, dass die Temperaturverläufe in den Völkern, unabhängig davon, ob sie in der Mitte oder am Rand der Bienentraube aufgezeichnet wurden, dem Verlauf der Außentemperatur immer etwas ‚hinterherhinken‘. Dies kann man sehr schön an den zwei eingezeichneten, senkrechten Linien erkennen. Während die Kurve der Außentemperatur bereits um ca. 13 Uhr ihren Höhepunkt erreichte, eingezeichnet durch Linie 1, erreichen die Kurven der Innentemperaturen erst 3 Stunden später gegen 16 Uhr ihren Höhepunkt, eingezeichnet durch Linie 2. Das Selbe kann man bereits einen Tag zuvor beobachten. Die Außentemperatur beginnt schon wieder zu fallen, während die Innentemperaturen erst ihren Höhepunkt erreichen.

Die Temperaturentwicklung beziehungsweise Thermogenese unterliegt einer gewissen Trägheit, unabhängig von der Beschaffenheit der Beuten. Erhöht sich die Temperatur außerhalb der Beute, bewirkt die Beute, dass die Temperaturerhöhung sich nicht sofort auf das Innere der Beute auswirkt.

Diagramm 12:

4 Wochen Diagramm Holzschutzgel Obelix

 

In Diagramm 12 kann man die Temperaturverläufe von Obelix und Holzschutzgel über 4 Wochen sehen. In dieser Darstellung über diesen langen Zeitraum kann man weitere interessante Beobachtungen machen.

Auffällig ist der starke Anstieg der Innentemperaturen im Bereich des grau markierten Kastens (1). Die Kerntemperatur von Obelix (in Holzbeute) steigt zuerst zweimal recht deutlich an, fällt dann aber wieder auf das vorherige Niveau ab. Der dritte Temperaturanstieg der Kerntemperatur ist noch deutlicher und die Temperatur fällt danach kaum wieder ab. Ähnliches kann man auch bei den Temperaturen von Holzschutzgel beobachten, die typisch für die Styroporbeute nah zusammen liegen. Hier steigen Kerntemperatur als auch Randtemperatur zu Beginn (im grauen Kasten), stark an, fallen dann nochmal etwas ab. Bei der dritten sprunghaften Erhöhung der Außentemperatur erhöhen sich auch die Innentemperaturen von Holzschutzgel, bleiben dann aber auf einem deutlich höheren Niveau als vor diesen drei sprunghaften Erhöhungen der Temperaturen. Das heißt, dass beide Völker im Bereich des grau markierten Kastens die sprunghafte Erhöhung der Außentemperatur nutzen, um die Kerntemperatur oder im Fall der Styroporbeute Kern- und Randtemperatur nachhaltig zu erhöhen. Es fällt auf, dass sich im Verlauf dieser vier Wochen, zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt, sich ein ähnliches Verhalten der Außentemperatur beobachten lässt, wobei die Außentemperatur sogar auf einem höheren Niveau ist (zum Beispiel zwischen 23.11.12 und 26.11.12, markiert durch den grauen Kasten 3; oder um den 8.11.12 markiert durch grauen Kasten 2). Es stellt sich die Frage, warum die Völker nicht auch zu diesen Zeitpunkten die Erhöhung der Außentemperatur nutzten, um die Kerntemperaturen nachhaltig zu erhöhen. Folgende Erklärungsansätze sind möglich:

  • Ein Blick in die KvFG Wetterdatenbank zeigt, dass im Zeitraum des grauen Kastens 1 eine vergleichsweise hohe Sonneneinstrahlung herrschte. Die hohe Sonneneinstrahlung erwärmte nicht nur die Beute an sich, sondern sorgte wohl auch dafür, dass einige Bienen, obwohl die gemessene Temperatur nur bis ca. 10 °C stieg, einen ‚Ausflug‘ wagten. Erwärmt durch die Sonneneinstrahlung und Betätigung der Flugmuskulatur kehren sie in das Volk zurück.
  • Außerdem könnte die nachhaltige Erwärmung dadurch erklärbar sein, dass drei solcher Tage mit sprunghafter Erwärmung aufeinander folgten. Das würde erklären, warum sich nicht auch bei dem grauen Kasten 2 die Innentemperaturen wie bei dem grauen Kasten 1 entwickelt haben. Man sieht, dass bei dem grauen Kasten 2 sich die Kerntemperatur von Obelix erst nach der dritten Erhöhungen der Außentemperatur nachhaltig erhöht. Nach der ersten und zweiten Erhöhung fällt die Temperatur wieder annähernd auf das vorherige Niveau ab. Das erklärt, warum die Entwicklung der Innentemperaturen bei dem grauen Kasten 2 nicht wie bei dem grauen Kasten 1 erfolgte.
  • Bei dem grauen Kasten 3 ist die Kerntemperatur von Obelix bereits auf einem sehr hohen Niveau von ca. 30 °C. Auch die Kern- und Randtemperatur von Holzschutzgel sind auf einem, für die Styroporbeute, hohen Niveau von über 20°C. Wozu sollte das Bienenvolk die Temperatur noch weiter erhöhen, wenn sie schon auf einem hohen Niveau ist?

Des Weiteren ist die Kerntemperatur von Obelix im Bereich der zwei orangenen, waagrechten Strichen 4 und 5 interessant. Unterliegt die Außentemperatur nicht größeren Sprüngen, hält sich die Kerntemperatur von Obelix auf einem sehr konstanten Niveau. Es fällt auf, dass im Bereich des orangenen Striches 4 die Außentemperatur größtenteils mehr als 5 °C beträgt. Im Bereich des orangenen Striches 5 ist die Außentemperatur deutlich niedriger, nämlich durchgehend unter 5 °C und zum Teil unter 0 °C. Trotzdem ist die Kerntemperatur auf einem etwas höheren Niveau als bei Strich 4 obwohl die Außentemperatur viel niedriger ist. Grund für diese Entwicklung ist, dass der starken Abkühlung der Außentemperatur bei Strich 5 eine wärmere Witterung mit starken Tagesgängen der Temperatur vorausgeht, während der sich die Kerntemperatur von Obelix gut erhöhen konnte. Das Volk geht sozusagen der starken Abkühlung der Außentemperatur gestärkt entgegen. Anders im Bereich des Striches 4. Die Kerntemperatur ist schon länger auf einem eher geringeren Niveau (leider ist hier wegen einem Ausfall ein kleineres Datenloch). Fehlt jetzt tagsüber auch noch die wärmende Sonneneinstrahlung, was durch den geringen Tagesgang der Temperaturen erkennbar ist, fällt die Kerntemperatur auf ein noch geringeres Niveau. Das Volk geht sozusagen schon geschwächt dem kälteren Witterungsabschnitt entgegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

+ 56 = 58