ella rev.

Ella schlägt nun bundesweit Wellen:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Schul-Portal-Ella-Baden-Wuerttemberg-verpatzt-den-Start-seiner-Bildungsplattform-3977984.html

Keiner legt sich öffentlich so richtig fest, was die Ursache für die Verzögerung ist und dass man diese hat kommen sehen können, wenn man wollte (für die, die etwas näher dran sind, eine kleine Erinnerung an “Wo finden wir denn das MSI Paket für Moodle?”). Das aktuelle Geplustere halte ich auch nicht für entscheidend: Bei derartigen Großprojekten (1.5 M an Usern im Endausbau auf einer Plattform will ich nicht managen müssen) kommt es immer zu Verzögerungen. Vom BER und S21 sind wir noch ein gutes Stück entfernt.

Langfristig viel wichtiger sind die grundsätzlichen Designentscheidungen der Plattformbetreiber. 2FA ist schon OK, wird aber nur benötigt, weil man hier Verwaltungsaufgaben und pädagogische Funktionalitäten unbedingt und ohne Not unter ein Dach zwingen wollte. Die durch diese Vermischung entstehenden Nebenwirkungen werden den Alltag prägen:

Wer will ein nextCloud ohne lokalen SyncClient nutzen und Dateien per Browser hochladen? Was bringt mir ein Kalender, der nicht auf meinen Endgeräten vorhanden ist, sondern nur über Browser in der Cloud nach 2FA-Login betrachtet werden kann? Wer will einen Mailclient (und selbst wenn es ein – wie hier – ordentlicher ist) im Browser bedienen? Und: Wer will ohne Inhaltsverschlüsselung seine Mails auf einer zentralen Plattform liegen haben?

Der gesamte Ansatz ist durch diese Vermischung von Verwaltung und Unterricht so unsäglich ranzig, dass ich mich verarscht fühle. Also will ich ganz genau wissen: Was wurde mit dem HPR abgesprochen, wie oft ich meine Mails checken muss? Wie viel Zeit ist für einen Mailcheck eingeplant? Usw usw Vor allem aber: Wo sind die Verfahrensverzeichnisse nach §11 LDSG?