Sexy geht nicht

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Unser neuer Schulserver. Endlich ist er da und endlich ist er auch in Betrieb genommen – zumindest für die Installation der im Haus verwendeten paedML. Wir arbeiten nun mit 2 physikalischen CPUs mit jeweils 8 Kernen, 32GB RAM und einem Raid 5 mit 3 Platten a 1 TB (also sind 2 TB nutzbar). Als Wirtsbetriebssystem dient uns ein Ubuntu Server 10.04 LTS 64 Bit, alle sonstigen Maschinen und damit auch der Schulserver selbst sind bzw. werden virtualisiert … und genau da fangen die Probleme an.

Wir hatten fest vor, für die Virtualisierung KVM zu verwenden. Nachdem wir mit Hilfe dieses Blogposts dann auch das Bridging auf unserem Server in den Griff bekamen, stellten wir jedoch fest, dass die disk performance innerhalb der virtuellen Maschinen unter KVM unterirdisch schlecht ist. Was auch immer wir probierten – und wir probierten ziemlich viel – es wollte nicht besser werden.

Mehrere Beiträge in diesem (im übrigen: zum Thema Virtualisierung sehr lesenswerten) Blog und auch andere Quellen zeigten, dass sich die Performanz der heute üblichen Virtualisierer wie KVM, Xen, Virtualbox und VMWare kaum unterscheiden: Mal liegt der eine beim CPU Benchmark vorne, mal der andere beim Disk oder Netzwerk Benchmark – aber auf Grund derartiger Ergebnisse zu sagen, dass man unbedingt und ausschließlich auf XY setzen müsse … das ist Quatsch.

Wir haben uns deswegen heute Vormittag dazu durch gerungen mal über den Tellerrand zu blicken … und installierten – zuerst testweise – Virtualbox. Und siehe da: Die CPU Leistung, die Disk- und die Netzwerk-Performanz waren spektakulär besser als unter KVM. Wir schaffen zwar nicht ganz die native, bare-metal Geschwindkeit  aber weitere Tests (z.B. mit VMWare) unterblieben trotzdem: Es konnte nicht besser werden.

KVM mag state of the art und super sexy sein, läuft aber nicht rund bei uns. Virtualbox ist eine Lösung, die sich grafisch wie auch auf der Shell komfortabel bedienen lässt, stabil ist und auch von vielen Serverhostern im Profibereich eingesetzt wird. Die Diskimages lassen sich konvertieren, so dass einem Umstieg auf KVM in der Zukunft (evtl. mit Erscheinen von Ubuntu 12.04 LTS und dann Kernel 3) nichts im Weg steht.

Na dann. Lieber stabil und schnell als sexy und lahm. Wir setzen jetzt auf Virtualbox.

11 thoughts on “Sexy geht nicht

  1. SpahliMi

    Wer der halbwegs Ahnung hat, lässt sich auch für so ne Maschine die lahmen SATA Platten und nur 32 Gig RAM andrehen? Da wundert mich die Performance nicht wirklich…

  2. d.weller

    250GB pro Sekunde ohne Cache auf die Disks sind lahm? Das RAM wird nicht einmal ansatzweise von den vorhandenen Prozessen ausgeschöpft und soll nicht reichen?

    Da war wohl einer gaaaaaaanz schnell mit seinem Urteil.

  3. d.weller

    Gemessen. Z.B. mit hdparm -tT /dev/sda

    Am RAID 5 liegt es nicht: auf blankem Metall rennt das. Es liegt auch nicht an zu wenig RAM, der ja leer ist. Es liegt auch nicht an zu wenigen CPUs – die nämlich fast alle idlen.
    Es liegt schlicht an KVM auf diesem (!) System. Ein Problem, das andere Nutzer mit RAID5 in den Foren auch immer wieder berichten. Eine Aktualisierung von KVM über PPA Repos brachte keine Abhilfe. Ergo: KVM will hier nicht.

  4. d.weller

    Äh. Sagte ich GB? Gemeint sind natürlich MB – aber der Wert ist trotzdem kein Problem, das RAID ist performant.

    Meine Büchse auf meinem Schreibtisch schafft das z.B. nicht.

  5. SpahliMi

    Gemessen??? Aber nicht GIGABYTE PRO SEKUNDE, das schaffen die schnellsten HDDs heutzutage nicht, nichtmal SSDs. Das können Sie mir nicht weismachen. Und mit RAID sollte es ja theoretisch etwas schneller werden, da ja die Daten schön gleichmäßig auf die Platten geschrieben werden.

    Und was Virtualisierung angeht: da war ich ja schon immer und von Anfang an seeehr skeptisch…

  6. d.weller

    Halten wir mal fest: 250 MB in der Sekunde sind wahrlich kein schlechter Wert für ein RAID 5, RAM hat die Büchse auch genug und CPUs so oder so. Die Hardware scheidet damit als Problem für mich erst einmal aus … es bleibt die Software, ergo: KVM. Das zickt hier und kommt damit als Virtualisierungslösung nicht in Frage. Ich brauch also was anderes. Auf XEN hab ich keinen Bock, weil Kernel innen und außen immer hübsch passen müssen (wird ja besser – ist aber noch nicht wirklich reif – das XEN Gefummel auf meinem Root reicht mir). Was dann? VMWare? Warum? Nur weil es Geld kostet und nen guten Ruf hat? Ich hab mit Virtualbox auf meinem Rechner zu Hause gute Erfahrungen gemacht, die Tests auf dem Wirtsrechner in der Schule zeigen, dass es super I/O Werte bringt …

    What the heck?

  7. SpahliMi

    Schlecht nicht, aber für die Zukunft, man kann nie wissen…
    Meine Probleme hängen nicht von einer bestimmten Virtualisierungsmethode ab, ich bin einfach kein Fan von Virtualisierung. Echte & gute Hardware ist einfach nur durch mehr & bessere Hardware zu ersetzen 😀

  8. SpahliMi

    Was für Platten sinds denn jetzt eigentlich? WD1002FAEX? Meine /-Platte liegt glaube ich gerade im sterben, deshalb muss da ne neue her…

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