Category Archives: Netzfunde

Bei meinen Streifzügen durchs Netz Gefundenes

Maihack

Die Nacht zum ersten Mai geht in protestantischen Gefilden meist sang- und klanglos unter. Keine versteckten Gartenmöbel, keine zugemauerten Schultüren, keine Maibäume in weiblichen Vorgärten, keine Kreidelinien zwischen den Häusern der heimlich Liebenden … nur ein paar unserer Unterstufenschüler mit Rasierschaum und Klopapier auf Tour. Woher sollten sie es auch wissen, was zu tun wäre?

Hier zeigt jemand, wie mit ein wenig Mehl der 1. Mai-Scherz der Zukunft für selbstfahrende Autos aussieht.

Respekt für den simplen aber effektiven Hack. Der Besen kommt in Zukunft nicht mehr in den Vorgarten der Zicke, sondern muss in den Kofferraum.

Digitalisierung

Seid ihr auch noch auf der Suche nach guten Ideen, die in die landesweite Digitalisierungsstrategie mit eingehen sollten? Hier wäre was: Body-Cams für Lehrer!

Wenn man das mal weiter denkt, dann lässt sich daraus was machen – z.B. zentrales Monitoring aller Schüler/innen direkt aus dem KM, um die weit verbreitete “low-level background disorder in classrooms” [1] in den Griff zu bekommen. Oder Steigerung der Landeseinnahmen durch Vertrieb der besten Filmchen über werbefinanzierte Plattformen wie youtube. Das Potential ist riesig. Der britischen Idee fehlt jedoch der Rückkanal über den Televisor. Über diesen wären direkte Interventionen gegen fake lessons möglich.

Auf dem Beteiligungsportal des Landes ist noch Platz dafür.

PS: Glaubt jetzt nicht, dass das total Gaga ist, nur weil in den Absätzen oben viel Sarkasmus mitschwingt. Im Ländle gibt es aktuell ein Projekt, das auch in diese Richtung weist. Das nennt sich “Virtuelle Hospitation” und findet an ein paar beruflichen Schulen statt. Da wird allerdings nicht permanent gefilmt, sondern nur in ausgewählten Stunden oder Situationen und – soweit ich weiß – auch nicht mit Bodycams. Technisch ist ein Livestream möglich. Der Normalfall ist jedoch der Austausch über den gefilmten Unterricht über eine Plattform im Anschluss mit Hilfe von Apache OpenMeeting. Lehrer und Schüler sind umfänglich involviert und haben das jeweils abgesegnet.

Leistungsverpflichtung

Ei was les ich da? Den Gestalter/innen der Hörverständnisklausuren Englisch für JG2 am LS war die Durchsage vom 29.10. offensichtlich noch nicht bekannt.

Nichts verloren. Der Landesrechnungshof wird schon ruhig sein – denn: In Zukunft können die Arbeiten ja in Klasse 9 eingesetzt werden 😉

Subventionen

Ich komm leider erst heute dazu, meinen Senf hierzu zu geben. Offensichtlich geht es Intel und Microsoft schlecht. Sehr, sehr schlecht sogar. So schlecht, dass dringend 5 Mrd investiert werden müssen – ohne irgendwelche Auflagen oder innovativem Potential für die heimische Wirtschaft wie z.B. in den Niederlanden. Klar, dass sich bei einer solchen Vorlage dann die üblichen Verdächtigen (der da hier in der ihm üblichen Form – er sitzt halt den ganzen Tag vor dem Rechner) gleich zu Wort melden. Tu ich ja auch. Mich zu Wort melden und vor dem Rechner sitzen.

Um es kurz zu machen: Von dem Kuchen will ich auch was.

Bei mir ist das Geld auch viel besser aufgehoben. Ich brauch nix davon für Software – ich investiere in die Infrastruktur und eigene Dienste: Dickere Rohre ins Netz, bessere WLAN Ausleuchtung, frische Server für unsere eigenen Clouddienste im Rechenzentrum statt im Haus für den flutschigeren Up- und Download. Und dann bitte noch nen Hilfsadmin, der meine Installationen pflegt und mir die lästigen Wartungsarbeiten abnimmt.

Schwimmbad

schwimbadhoehnisch

Ich habe gerade aus ganz anderen Gründen auf der Webseite der Gemeinde Dußlingen recherchiert und bin dort dann über den Dorfentwicklungsplan und damit den Plan zum Schwimmbad auf dem Höhnisch gestolpert. Wer noch nicht hat – da ist er.

Koalitionsvertrag

Der grün-schwarze Koalitionsvertrag ist hier als PDF einsehbar:

https://www.gruene-bw.de/app/uploads/2016/05/GrueneBW-Koalitionsvertrag-2016-Entwurf.pdf

Zum Thema Bildung: ab Seite 25. Zitate:

[Das Gymnasium] ist und bleibt eine tragende Säule der Schullandschaft in Baden-Württemberg. p. 27

Wir werden den Gymnasien zwei Vertiefungsstunden in den Pflichtabiturfächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen in Klasse 10 geben und so dafür sorgen, dass der Einstieg in die Kursstufe besser gelingen kann. p. 28

Wir möchten den Gymnasien die Möglichkeit eröffnen, in den vierstündigen Fächern Deutsch, Mathematik und moderne Fremdsprache der Kursstufe nach der Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu differenzieren und bei Bedarf für die Leistungsstärkeren Vertiefungskurse anzubieten. p. 28

Wir werden sehen. Klingt für mich erst einmal nach einer Wiedergeburt der Grund- und Leistungskurse auch in den Kernfächern. Im Abschnitt Gymnasium ist von einem eigenständigen Fach Informatik nichts zu sehen. Das kommt dann später ab Seite 32:

Die Informatik werden wir in den Schulen mit dem „Aufbaukurs Informatik“ in Klasse 7 aller weiterführenden Schulen, mit dem Profilfach „Mathematik, Physik, Informatik“ in den allgemeinbildenden Gymnasien und im erweiterten Niveau der Gemeinschaftsschulen sowie mit dem Wahlfach „Informatik“ in den Realschulen, Haupt-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen verankern. Begleitend dazu werden wir ein Fortbildungskonzept für die Lehrkräfte auflegen. p. 32

Und dann wird platt geformt:

Die Schulen werden wir auf ihrem Sprung ins Digitalzeitalter fördern und eine sichere, landesweit verfügbare digitale Bildungsplattform für alle Schulen im Land einführen. Durch die Bildungsplattform schaffen wir einen strukturierten Speicherort für Lehr- und Lernmaterialien sowie einen digitalen Lern- und Lehrraum. p. 32

Riecht nach türkischem Modell: Zentralisierung eben, statt dezentrale Schulmoodles etc. bei Belwü. SAP und Freunde sollen ja nicht verarmen.

Entscheidend ist weniger die Technik als vielmehr das pädagogische Konzept. Wir setzen uns dafür ein, dass an den Schulen verstärkt freie Lern- und Lehrmaterialien (Open Educational Resources und Freie Software) genutzt werden können. p. 32

Das “können” am Satzende macht deutlich, was gemeint ist. Das dürfte dann wohl auf dem Niveau der seit Jahrzehnten üblichen Ermahnungen durch die Landesrechnungshöfe laufen.

Der Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen Anbietern der Medienbildung kommt dabei eine wichtige Rolle zu. p. 33

Die bösest mögliche Interpretation dürfte sein: Bertelsmann erstellt zusammen mit der INSM die Materialien, stellt diese auf der zentralen Plattform ein – und die Lehrer/innen werden an diesen in Fortbildungen geschult. Wer welches Material dann wie häufig mit seinen SuS eingesetzt hat kann – Dank zentraler Plattform – leicht eruiert werden. Das erlaubt dann die nötige Feinsteuerung 🙂

Instinktionelle Perspektive

In den Leitgedanken zu Gemeinschaftskunde Gymnasium Im Bildungsplan 2016 ist ein Graph zu finden, der eine ganz neue Perspektive auf mein Fach aufzeigt: die instinktionelle Perspektive!

instinktionelleperspektive

Graph / Seite

Das wird wohl der ersten Schritt zum Fächerverbund Politik-Biologie sein 😉

LMN bei Heise

Die von uns lange und intensiv getestete und von mir auf Grund des klaren Aufbaus, der einfachen Konfiguration, der vielfältigen Features, der aktuellen Software, der aktiven Community und der super Betreuung immer noch präferierten Lösung für Schulnetze hat es auf Heise geschafft:

http://www.heise.de/open/meldung/Linux-Server-fuer-Schulen-2690727.html

Schon nicht schlecht, was Lehrer/innen in ihrer “Freizeit” so alles entwickeln. In den für ihre Unsachlichkeit bekannten Heiseforen geht es jetzt schon ab zu der Tatsache, dass LuL als Entwickler tätig sind. Das kollidiert offensichtlich mit der Vorstellungswelt Vieler, die denken, dass LuL höchstens ein Arbeitsblatt aus einem Buch kopieren können und zeigt auch, wie wenig die Öffentlichkeit über unseren Beruf sowie die finanzielle Ausstattung vieler Schulen weiß. Die labern sich da einen ab über omnipotente Dienstleister, die das alles auch könnten und fertige Lösungen parat hätten und die LuL sollten deswegen Tafeln beschreiben statt zu hacken. Dazu kommt, dass Erfahrungen aus “der Wirtschaft” 1:1 auf Schulen übertragen wird. Die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen werden schlicht nicht gesehen.

Ich hab das am vergangenen Samstag auch auf der Tuebix im Vortrag von Frank zur LMNet erlebt. Wenn dann erklärt wird, was die Anforderungen an Schulen sind und in wie weit die vorhandenen Dienstleister und Schulserverlösungen diesen entsprechen, hört man das Murmeln im Saal. Die Menschen fangen das Denken offensichtlich nicht von selbst an, sondern nutzen ihre fertigen Konzepte, übertragen diese auf jede für sie neue Situation und sofern sie damit durchkommen ist dann auch gut.

Anyway. Man darf diese Trolle bei Heise nur kopfschüttelnd beobachten. Sobald man sich darauf einlassen würde, wäre es mit dem Rest an eigener innerer Ruhe komplett vorbei.

Schade, dass wir Hardwareklassen haben, die mit einer Vorgängerversion der 6.1 nicht richtig zurecht kamen, so dass wir uns vorerst eine Zwischenlösung antun, die mich nicht wirklich glücklich macht. Bis wir dann eines (hoffentlich nahen) Tages auch umsteigen können. Im Juli findet der nächste Testlauf bei uns im Haus mit LMN 6.1 statt … Da drück ich mir doch glatt selbst die Daumen.