Verheizt

So ein Mist aber auch. Gestern kamen unsere Netzwerkarbeiten aber so was von überhaupt nicht richtig voran, dass ich noch heute Morgen gefrustet bin. Stunde und Stunde versenkten wir in der VLAN Konfiguration … um am Ende des Tages festzustellen, dass unser neuer 10GB-Switch einen Schaden hat und im VLAN-Betrieb schlicht Pakete frisst. Vermutlich RAM defekt. Was auch immer.

Der Switch wird ersetzt – unsere Arbeitszeit ist verglüht.

Nervlich steckt man das besser weg, wenn es davor wenigstens rund läuft. Tat es aber seit dem erfolgreichen Umzug des Mailservers auch nicht mehr, weil wir allein 18 Stunden Telefonieren mit Unitymedia hinter uns bringen durften, bis wir endlich einen Menschen an der Strippe hatten, der den Unterschied zwischen NAT und statistischen IPs verstand und vor allem auch wusste, welche Teile des ranzigen Unitymedia-Web-GUI-Dings man getrost ignorieren kann.

Mein Tipp für alle Unitymedia-Geplagten: Dauernd neu anrufen, den gesamten Stab an Hotline-Mitarbeitern durchprobieren. Früh am Morgen anfangen … Schichtwechsel abwarten … nicht nachlassen. Vorher ein Headset für’s Telefon kaufen, sonst glüht das Ohr und man bekommt Krämpfe im Arm. Außerdem hat man beide Hände frei und kann den Quatsch, den sie einem erzählen, gleich live ausprobieren und sofort Rückmeldung geben.

Worschd

So geht’s natürlich auch:

Statt bei miesem Wetter an den nächsten See zu radeln (wie mein Mittlerer) und dort dann nicht zu schwimmen, kein trockenes Holz zu finden und keinen Sitzplatz zu haben, verkriecht man sich im eigenen Carport, wirft den Grill an und genießt Würstchen komfortabel vor Ort.

Nur Schade, dass der Spielplatz hier nix hermacht, auch wenn er als Parkplatz gute Dienste leistet.

Wetterstation auf Sofa

Ich hab der Wetterstation ein frischeres Theme geschenkt, das auch die Darstellung auf mobilen Endgeräten unterstützt:

http://www.dugone.de/wetter/index.html

Leider kommt die Themebasis mit X URLs auf Google Fonts und Font Awesome daher. Die sind zwar auf der Wetterstation auch lokal vorhanden, aber die Anpassung der CSS Dateien ist nicht so weit. Bisher habe ich die externen Links schlicht auskommentiert. Also sieht die Wetterseite nun zwar hübscher aus – aber nicht so hübsch, wie sie sein könnte. Ist mir aber so lieber, als die dauernde Weitergabe der Daten der Besucher.

 

Licht im Tunnel

… mir fallen wegen diesem Urteil gar nicht genug lobende Worte ein. Völlig berechtigt ist es auf dem Sommerkongress der IT Juristen mit einem Preis bedacht worden.

Ich behaupte mal: Auch alle SuS (evtl. auch viele LuL) müssten von den WhatsApp- und iCloudverweigerern an der Schule erst einmal die schriftliche Zustimmung einholen, bevor sie die jeweiligen Daten für “ihr” Adressbuch haben dürfen. Kann man da nicht schon im Vorfeld tätig werden und z.B. ne Runde Unterlassungserklärungen rumschicken? So als Projekt in GemK in Klasse 8 oder 9 würde sich das unterbringen lassen – vor allem auch im Kontext Kindeswohl und Verantwortung in der Erziehung.

Sozial betrachtet würde das Licht am Ende des Tunnels so mit Sicherheit zum entgegenkommenden Zug, aber ein paar Stunden Popcorn wären garantiert.

izmyshare und ASV revisited

Da gibt es doch tatsächlich eine Seite im Ländle, die was taucht: das von den RPs zu verwendende izmyshare als Cloudlösung. Wie kann es aber sein, dass dieser Server perfekt daher kommt, die anderen Server des Landes aber sehr oft ranzige Gammelkisten sind?

Dann schauen wir doch mal in’s whois von izmyshare:

Aha. Ein externer Dienstleister. Nix BitBW! “Alle Server im Land müssen zu BitBW” gilt wohl nicht für alle Server im Land. Da gibt es Server, die sind gleicher als andere. Aber das ist nicht das Thema heute.

Schauen wir mal auf ASV – und stellen fest:

PFS will das Land wohl nicht. Anyway. A- ist voll OK. Betrieben wird die Seite von Pironet. Das ist nicht unüblich, nutzt das Land doch an vielen Stellen Pirobase als CMS. Dahinter steckt dann oft das Informatikzentrum der Landesverwaltung Baden-Wuerttemberg. Es geht also doch.

Jedoch: Die Notenerfassung selbst, der Teil also, der besonders schützenswert wäre, kommt mit dieser Konfiguration daher:

Die IP gehört zum Netz von BelWü und im Whois wird ebenfalls BelWü angegeben.

Notenerfassung online

Zeugniszeiten am Horizont. Heute erfuhr ich vom RP, dass es auch eine Notenerfassung online gäbe. Das weckte doch gleich meine Neugier. Weil wir LuL inzwischen per Formular zu Sicherheit und Datenschutz am heimischen Rechner verpflichtet werden, wollte ich da dann mal auf die Schnelle nachsehen, was die Seite so liefert – also den Minimaltest ausprobiert mit

https://neo.kultus-bw.de/neo/app

Wir schreiben das Jahr 2017 und das Land bietet zur Notenerfassung RC4 verschlüsselbare Verbindung an. RC4 ist verboten. Egal. Dafür steht APP im URL. Und auch NEO. Das macht was her, klingt modern und toll und innovativ. Der Marketingabteilung den Server zu überlassen, das hat halt Nebenwirkungen.

Was kann ich da machen, außer gratulieren? Na dann: Gratuliere Land Baden-Württemberg! Da habt ihr doch für viel Geld die Besten der Besten der Besten eingestellt! Hoffentlich können die wenigstens Schwäbisch, weil Server können die offensichtlich nicht.

Da freut sich der kleine Admin doch gleich auf die “Bildungscloud” und die “Lehrermail”. Vor allem freu ich mich auf die Werbemaßnahmen dazu, auf die schönen Bildchen mit (garantiert!) der Chefetage mit Tablet. Wie sie alle Wischiwischi machen in den schönsten Farben, professionell vom Fotografen in Szene gesetzt für ihre Faltblättchen, “Innovation” als Spruch auf dem Poster hinter ihnen.

You’ve made my day.

Bombe

Wie vor etwa zwei Jahren war ich dieses Jahr wieder teilweise im “Projekt Bombe” unterwegs. Wie damals setzen die SuS bei ihrer Besichtigung einer Bunkeranlage in Tübingen zum “Zeitvertreib” auch einen Fragebogen ein, den wir im Vergleich zum letzten Mal nur leicht abänderten. Nach einer kleinen Assoziationsübungen prüfen alle Items im Hauptteil nun in sich konsistent (in die gleiche “Richtung” weisend) die Ablehnung von oder Zustimmung zu Aussagesätzen auf einer Skala von 1 (keinerlei Zustimmung) bis 10 (totale Zustimmung).

Befragt wurden am Vormittag letzten Mittwoch, den 31.05., 86 Personen. Ein Fragebogen musste wegen offensichtlichem Blödsinn in den Antworten ausgeschlossen werden, so dass ein Junksample ohne jegliche gesamtgesellschaftliche Aussagekraft mit n=85 Personen über blieb. Der Großteil der Befragten war zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Für die Auswertungen wurde wie folgt verfahren: Eingabe der ausgefüllten Fragebögen in LibreOffice Calc Tabelle, Export nach CSV, Import in Gnu PSPP und Gretl. Dort erfolgten dann alle weiteren Schritte. PSPP eignet sich besser zum Datenfoltern, Gretl bietet mehr Möglichkeiten bei der Arbeit mit grafischen Auswertungen.

Rund 54% der Befragten waren männlichen, 36% weiblichen Geschlechts und etwa 9% gaben dieses nicht an.

Die Unterteilung nach Geschlecht nahmen wir zum Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen und einige Interessante Beobachtungen gibt es in diesem Junksample dann trotz alledem. Klar. Fragebogenuntersuchungen an oder durch Schulen müssen aus Prinzip ein “Ergebnis” haben, will man nicht nur sozialwissenschaftliche Methoden kennen lernen.

Männer und Frauen unterscheiden sich hinsichtlich des Angstniveaus ein klein wenig: Die Frauen (Geschlechtsrollenstereotype ON) sind etwas ängstlicher als die Männer.

Auch ist die Zustimmung zu Deutsche Interessen zuerst / “Germany first” (hier als DeutschIdent bezeichnet) bei den Männern deutlicher als bei den Frauen. Überhaupt: Für Tübingen hätte ich ein solches Ergebnis nicht erwartet.

Ein kleiner Unterschied zeigt sich auch, wenn Männer und Frauen danach gefragt werden, ob Deutschland eigene Atomwaffen besitzen sollte. Die Ablehnung ist zwar deutlich bei allen – aber bei den Frauen deutlicher.

Ein Zusammenhang mit dem Angstniveau besteht bezüglich des Wunsches, die Deutschen sollten sich atomar bewaffnen, nicht. Das zeigt der Plot oben – und die Korrelationen von um die 0,2 (egal, was man dem Datensatz hier als Testverfahren hinwirft).

Auch zeigt sich kein Zusammenhang zwischen der Zustimmung zu “Germany first” und dem Wunsch nach einer eigenen Deutschen Atomwaffe (Korrelationskoefizienten um 0,3 – wiederum egal, was man nutzt).

Eine Zeit lang dachten wir bei der Auswertung, dass sich ein Zusammenhang zwischen Altersstufe und Angstniveau, “Germany first” und dem Wunsch nach einer deutschen A-Waffe zeige.

Pustekuchen. In diesem Datensatz korreliert nix direkt mit garnix. Schade.

Also wechselt man das Werkzeug und versucht es mit einer explorativen Faktorenanalyse: Data mining macht schließlich Spaß. Ich bin so frei und erspare Euch alle Details, weil: sinnfrei.

Rotierte Komponentenmatrix
Komponente
1 2 3 4 5
KalterKrieg -,58
Unangreifbar ,71
Verteidigung ,70
Vernichtung ,69
Verhandlung ,72
Macht
Angstniv ,69
DeutschBomb ,63
DeutschVerh
DeutschIdent
Mann1Frau2 -,66
Altersgruppe ,74

Das ist nun nicht mehr weit entfernt von Glaskugeln – aber egal: Wir extrahierten 5 orthogonale Faktoren, die zusammen rund 56% der Varianz erklären. Alle Ladungen unter [0,5] warfen wir raus … und dann fehlten uns erst einmal die scharfen und deutlichen Bezeichnungen für diese Funde. Aktueller Stand:

  1. Der erste Faktor sind “Die kalten Krieger” oder “Die Neorealisten”.
  2. Der zweite Faktor bekam die Bezeichnung “Geschichtsvergessene”.
  3. Der dritte Faktor sind “Die Deutschbomber” …
  4. Der vierte Faktor sind “Die alten Schisser” (an Prägnanz kaum zu überbieten).
  5. Der fünfte Faktor? Evtl. “kerlige Vernichtungsignoranzler”? Klingt nicht rund.

Da hatten wir in vergangenen FB-Untersuchungen schon treffendere Bezeichnungen und vor allem auch Bündel gefunden, die mehr mit der Alltagsintuition zu tun haben. Aber für dieses Sample trotzdem nicht schlecht, der Blick in den runden Kristall.

Last Cert standing

Unsere beiden Domains kvfg.net und kvfg.org sind seit gerade eben bei Letsencrypt als Zertifizierungsstelle angekommen. Deren Comodo Zertifikate wären kommende Woche ausgelaufen und ich sehe aktuell keinen tieferen Sinn darin, PSW oder Comodo Geld hinterher zu werfen. Nur kvfg.info nutzt jetzt noch Comodo – und zwar bis 2018, dann sehen wir weiter.

Die lange Laufzeit – früher ein Argument für gekaufte Zertifikate – erweist sich zunehmend als problematisch im Falle von SSL Bugs und einen Comfortgewinn hat man auch keinen echten, nutzt man Helferlein wie dehydrated oder eigene Scripts, die die Zertifikate alle Nase lang quasi von selbst updaten.

Ich grübel aktuell daran rum, ob ich alle Besucher schlicht auf unsere HTTPS Seiten per HSTS zwingen soll. Die durchaus noch vorhandenen XP und Vista Nutzer/innen würden dann etwas deutlicher spüren, was geht – und was nicht. Nur der Paternalismus in dieser Denke stört mich noch ein wenig …

Gloria Mundi

Ein VGA Kabel liegt verloren auf dem Flur vor dem Informatikraum. Vermutlich ein Missverständnis zum Thema, was man mit VGA Kabeln so alles machen kann.

Problematisch sind die Dinger nämlich schon … z.B. wenn versucht wird, kopiergeschützte Filme über ein VGA Kabel auf einen Beamer zu bekommen.

Aber auch für derartige Fälle finden unsere Lehrkräfte Lösungen 🙂