Infrastrukturapokalypse

Was tun, wenn es nicht tut?

Die folgenden Möglichkeiten bietet sich spontan an:

Schreib uns Netzwerkern an alle Dir bekannten private Adressen E-Mails (mehrere in kurzen zeitlichen Abständen – unbedingt darauf achten, dass ab der zweiten Mail die Wörter “immer noch nicht” enthalten sind). Schildere uns ausführlich, wie betroffen Du bist, dass Du eine wichtige (“extrem wichtige” ist besser) E-Mail erwartest, dass Du für Deine Arbeit auf unsere Server angewiesen bist und dass Du sehr (“wirklich sehr” oder “schon wieder sehr” ist besser) enttäuscht bist. Es muss in Deiner Mail unbedingt zum Ausdruck kommen, dass Du unter Stress stehst, sehr emotionalisiert und zutiefst betroffen bist. Lass Dir bei der Formulierung dieses mindestens eine DIN A4 Seite langen Abschnitts auf keine Fall mehr Zeit als 2 Minuten. Deine Rechtschreib- und Grammatikfehler sind ein wichtiger Hinweis für uns als Empfänger, dass wir an Deinem Problem Schuld sind. Erwähne auch, dass Du Deine Mail gerne zusätzlich als Bugreport einreichen wolltest, dass aber der Server ebenfalls offline sei.

Besonders hilfreich ist es, wenn Du nachfragst, was denn genau (“möglichst genau” ist besser) kaputt ist und wer dafür die Verantwortung trägt. Solltest Du eine Antwort erhalten

bei der Umstellung des Kabelmodems von 100MBit auf 400MBit hat uns Unitymedia von Dual-Stack (also ipv4 und ipv6) auf DS-Lite (nur noch ipv6) gestellt. Da wir das Unitymedia Kabel nur als Trägermedium für einen VPN-Tunnel von BelWü nutzen, BelWü hier aber ipv4 einsetzt, kommt nun BelWü nicht mehr an den Router ran. Der BelWü Router ist dummerweise aber der, der unsere Server in der Schule ins Internet bringt.

dann schlag die Begriffe, die Du nicht verstehst, nicht selbst bei der Wikipedia nach. Schreib sofort zurück, dass Du das nicht verstehst, enttäuscht bist, dass hier “schon wieder” (“mal wieder”, “wie immer” geht auch) nur nerdiges Blabla als Entschuldigung für offensichtliche Unfähigkeit (“totale Unfähigkeit” geht auch) genutzt wird. Frage nach Details der jeweiligen Protokolle. Es ist immer gut, die technische Basis eines Dienstes, wie dieser im RFC (fordere eine ausführliche Erläuterung des Akronyms RFC bei uns ein) niedergelegt ist, intellektuell vollständig durchdrungen zu haben. Nur Dein – durch unsere Schilderungen geschaffenes – Verständnis für Technik erlaubt Dir weitere Nachfragen. Formulierungen, die das Wort “Ausrede” enthalten sind auch willkommen. Solltest Du aus Versehen verstehen, um was es geht, dann schreibe uns ausführliche Ratgeber, was nun zu tun ist, welche Möglichkeiten Du siehst und frage nach, ob wir die (“etwa noch nicht” macht sich hier gut) getestet haben.

Je weniger Verständnis Du von der Materie hast, desto wichtiger ist an dieser Stelle Dein Angebot zur Mithilfe. Dieses sollte sich auf ein noch nicht näher spezifiziertes, jedoch notwendiges (“offensichtlich notwendiges” ist besser) Qualitätsmanagement beziehen. Zeitnahe Sitzungstermine an der Schule unter Hinzuziehung von möglichst vielen Betroffenen, in denen das genaue Vorgehen und die notwendigen Qualitätsstandards erörtert werden können, beschleunigen die Prozesse bei Unitymedia und BelWü und schaffen für die Zukunft die Voraussetzung, dass Fehler externer Dienstleister nicht mehr auftreten.

Selbstverständlich ist es hilfreich, wenn Du jeden einzelnen Dienst unseres Netzes, der gegenüber dem hausinternen ServerG authentifiziert, einzeln ausprobierst und für jeden Einzelfall meldest, dass Du Dich an diesem nicht anmelden kannst oder dass dieser “auch nicht” / “immer noch nicht” erreichbar ist. Einer muss ja den Überblick über die Katastrophe herstellen.

Frage nach, wann alles wieder funktioniert. Frage nach, warum Unitymedia DS-Lite nutzt. Frage nach, ob Unitymedia DS-Lite nicht angekündigt habe (haben sie nicht – aber das ist egal). Frage nach, wie lange BelWü brauchen wird, wenn Unitymedia wieder tut. Wir haben auf keine Deiner Fragen eine befriedigende Antwort – aber Du bist sie los und hast damit zum Ausdruck bringen können, wie tief Dein Verständnis der Materie ist, weil Du fehlerfrei Unitymedia wie auch BelWü schreiben kannst und selbst hochemotionalisiert die Taste mit dem ? findest. Außerdem zeigst Du so, dass Du auch in der Krise immer sachlich bleibst. Beginne mindestens jede zweite Frage mit “Und” oder “Aber”, um zu zeigen, dass Deine Teilfragen zu einem kohärenten, in sich systemlogisch-strukturierten und durchdachten Fragenkomplex eines hochintelligenten Benutzers gehören. Wer W-Fragen vermeidet und mit Operatoren arbeitet (erläutern, beurteilen, bewerten – alles auf möglichst hohem Niveau) erhält bessere Antworten.

Erwarte in jedem Fall sofort Antwort. Schreib umgehend eine zweite Mail, wenn Du nach 10 Minuten keine Antwort hast. Kommt die nicht, dann nimm das Telefon in die Hand und ruf uns privat an. Das ist besonders hilfreich, weil Du in der Leitung hängst, während wir auf Rückruf von BelWü und Unitymedia warten. Das ist nicht so wichtig und außerdem nicht Dein Problem, denn am Telefon kann mit Dir ausführlich und lange besprochen werden, wie es Dir mit der Situation geht.

Erwähne mehrfach das Wort “Linux” und führe aus, dass bei Dir zu Hause alles funktioniert. Der Zusammenhang mit dem Schulnetz muss dabei im Unklaren bleiben … aber Du hast es dann gesagt.

Das ist schon OK. Du bist wichtig. Außerdem bist Du der einzige, der auf Netz angewiesen ist. Daniel und ich arbeiten bekanntlich ausschließlich auf Papier. Das sieht man ja schon an den alten Rechnern, die wir mit uns rumtragen.

Was kannst Du noch tun?

Aktivere Menschen, die mit Worten allein nicht klar kommen, können mit den Armen wedelnd über den Schulhof rennen und dabei laut raufen dass “wie immer alles nicht tut”. Auf Nachfrage können wir Empfehlungen aussprechen, wer sich hier zur Kleingruppenbildung besonders eignet, so dass die Synchronisation der Rufe und des Wedelns mehr Eindruck hinterlässt.

Vielen Dank für Deine Kooperation und Hilfsbereitschaft. Du bist ein echter Teamplayer, eine wahre Führungspersönlichkeit.

Jingle bells

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Wir haben gestern von einer Tübinger Firma einige Altrechner eingefangen, die bei uns eines Tages als Medieneinheiten in die Klassenzimmer wandern sollten. Der Bericht zum Chichi außenrum fällt dann in die Verantwortung der jeweiligen Abteilungen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Denen wird was einfallen. Ich heb da mein Gesicht in die Kamera und bin mit dem Kopf wo anders:

Zentral ist, ob der Chipsatz der PCs unsere PXE Umgebung liebt. Wenn nicht, dann schmeißen wir die Teile nach einer kurzen Ausschlachtrunde (RAM-Riegel kann man immer brauchen) gleich wieder raus bzw. übergeben diese via Aula zum weiteren Ausschlachten an die SuS.

Dazu kommt: Beim Transport in meinem Auto habe einige Kisten schwer nach Weihnachtsschlitten geklungen. Da klingelte nicht nur ein einzelner loser Lüfter vor sich hin. Der Zustand der Kisten entspricht nach dem Konzert in meinem Kofferraum hoffentlich nicht in jedem Fall meinen Befürchtungen.

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Was wir auf jeden Fall brauchen können, sind die Monitore. Da sind ein paar richtige Schätzchen mit dabei, so dass sich der Tag gestern unabhängig von den kommenden Erfahrungen mit den PCs gelohnt hat.

Dabei zeigt die vielfältige Erfahrung der letzten Jahre mit eingefangenem Altmetall gefühlt das Folgende:

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Änderungen an der Hardware nehmen wir dieses mal nicht vor. Keine Zeit.

Nett war die Begegnung mit dem Firmenadmin, der von “Lizenzen” sprach. Das hatte irgendwas mit englischen Fenstern zu tun. Ich hab’s nicht kapiert, der Plural war aber wichtig. Dabei ist doch die zentrale Lizenz, die wir nutzen, die GPL. Was dann die SuS mit den über die Aula entsorgten Kisten machen soll mein Problem nicht sein. Evtl. haben die ja zu Hause mehrere englische Fenster und nutzen die PCs dazu, zu verhindern, dass die immer zugehen.

Leistungsverpflichtung

Ei was les ich da? Den Gestalter/innen der Hörverständnisklausuren Englisch für JG2 am LS war die Durchsage vom 29.10. offensichtlich noch nicht bekannt.

Nichts verloren. Der Landesrechnungshof wird schon ruhig sein – denn: In Zukunft können die Arbeiten ja in Klasse 9 eingesetzt werden 😉

Let’s encrypt

Nachdem sich meine Lieblingszertifizierungsstelle erst kürzlich ein dickes Loch ins Knie geschossen hat, war klar, dass wir auf let’s encrypt umsteigen müssen. Heute kam für die erste unserer Domains, die wir sehr selten nutzen, ein entsprechendes Zertifikat an Bord.

Und fertig: https://karlvonfrischgymnasium.de/limesurvey/

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Ich muss gestehen, so einfach und schnell lief das noch nie. Da ist es zu verschmerzen, dass das Zertifikat nur 90 Tage halten wird.

Der Bär und sein Fell

Da ziehen, so kam mir zu Ohren, aktuell Menschen durch unser Schulhaus und erzählen den Zuhörenden: Wählt mich! Dann gibt es wieder ein SaW!

Von diesem, für mich etwas verkürzten, Demokratiebegriff einmal ganz abgesehen – es folgt die kurze Intervention eines der SaW-Entwickler:

SaW ist eine Politiksimulation, die mit unter einem Jahr Anlauf nicht zu schaffen ist. Was man hinbekommen könnte, wäre, in diesem Jahr mit der konzeptionellen Arbeit zu beginnen (Pol&IS, Aktualisierung der Basismodelle, Wabenleiterausbildung, Themenschwerpunkte finden, Konzeption der Spielleiterausbildung), um dann im nächsten Jahr vor den Sommerferien 2018 ein SaW4 abzuhalten, nachdem man das gesamte Schuljahr 2017-2018 an der Innenpolitik-Simulation (vulgo: den Arbeitsaufträgen) gearbeitet hat. SaW ist nicht Rumrennen, Bombenwerfen und Schreien (auch – OK – aber nur als Oberflächenphänomen), sondern ein Lernort. Es geht im Kern um die entscheidenden Fragen: Tradition – Fortschritt / Wahrheit – Ideologie / Recht – Macht / Moral – Erfolg / Freiheit – Institution / … Rest steht bei Sutor.

Betroffen wären damit die jetzigen 10er als Wabe und Spielleiter, wenn sie dann mal in JG1 sind. Menschen aus dem jetzigen JG1 (dann also JG2) wären in der Leviathan- / Root-Rolle gut aufgehoben. Spontan würde mir als Schwerpunkt Menschenrechte einfallen.

Für Schnellschüsse ist der Markenname SaW bzw. “Schule als Welt” nicht zu haben … und ich auch nicht. Da müsst Ihr Euch dann schon die Mühe machen und selbst einen Namen für das suchen, was Euch so vorschwebt. Oder eben schwätzen.

Der Kodex ist einzuhalten, sonst bricht die Welt auseinander: Parley

Subventionen

Ich komm leider erst heute dazu, meinen Senf hierzu zu geben. Offensichtlich geht es Intel und Microsoft schlecht. Sehr, sehr schlecht sogar. So schlecht, dass dringend 5 Mrd investiert werden müssen – ohne irgendwelche Auflagen oder innovativem Potential für die heimische Wirtschaft wie z.B. in den Niederlanden. Klar, dass sich bei einer solchen Vorlage dann die üblichen Verdächtigen (der da hier in der ihm üblichen Form – er sitzt halt den ganzen Tag vor dem Rechner) gleich zu Wort melden. Tu ich ja auch. Mich zu Wort melden und vor dem Rechner sitzen.

Um es kurz zu machen: Von dem Kuchen will ich auch was.

Bei mir ist das Geld auch viel besser aufgehoben. Ich brauch nix davon für Software – ich investiere in die Infrastruktur und eigene Dienste: Dickere Rohre ins Netz, bessere WLAN Ausleuchtung, frische Server für unsere eigenen Clouddienste im Rechenzentrum statt im Haus für den flutschigeren Up- und Download. Und dann bitte noch nen Hilfsadmin, der meine Installationen pflegt und mir die lästigen Wartungsarbeiten abnimmt.

KPP

Elsachbröller Angstschluff

Es ist einige Zeit (und auch einige Bandscheiben) her, dass ich im Elsachbröller schlufte. Jetzt könnte sich im Kontext der Kurzprojektphase eine neue Chance ergeben. Mal sehen, ob ich nach dem geplanten langen Ausflug in die Falke (Stuttgarter Block oder gar Lehmwände wäre schön) noch genug Kreuz habe, um mich durch Fugen wie den Angstschluff (im Bild oben eine Impression aus dem Sommer 2012) zu zwängen.

Im Wiki werden wir unsere Sicht auf “Höhle und Horror” dann präsentieren.

Schwimmbad

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Ich habe gerade aus ganz anderen Gründen auf der Webseite der Gemeinde Dußlingen recherchiert und bin dort dann über den Dorfentwicklungsplan und damit den Plan zum Schwimmbad auf dem Höhnisch gestolpert. Wer noch nicht hat – da ist er.

Freax

Herzlichen Glückwunsch zum 25. Geburtstag, lieber Pinguin.

Mehr als die Hälfte Deines Lebensweges durfte ich Dich begleiten und muss sagen: der Einstieg war nicht leicht.

Den ersten Eindruck gewann ich von Dir in Form von Mandrake, das ich beim Osi noch käuflich erworben hatte. Frank installierte Dich gegen Bezahlung mit Tonnen an Gummibärchen als Dualboot-System … und doch flogst Du nach wenigen Monaten schon wieder von der Platte, weil ich schlicht damit überfordert war, meinen Scanner unter SANE ans Laufen zu bringen.

Wenig später kam der erste Kofler ins Haus und mit ihm eine SuSE. Die lebte schon viel länger, war sie doch kein Dualboot-System mehr, sondern pur auf einem älteren Rechner aufgesetzt.

In meinen Alltag drangst Du aber erst so richtig ein, als ich mit Svens großzügiger Hilfe und permanenter Unterstützung für SaW1 das Moodle unserer Schule von kvfg.de auf kvfg.org umzog (wieder SuSE – und dann gleich noch ein Server). Das Fieber hatte mich gepackt – die Linux-Maschinen vermehrten sich rasend schnell. Knoppix kam auf die Platten in der Schule (zuerst noch als zweites System neben XP), dann Debian, dann Ubuntu. Meine Computer-AG übte mit Warty Warthog Partitionieren und Installieren und ich stieg innerhalb kürzester Zeit komplett um. Arch, CentOS, Debian, Gentoo … ich kenne Dich inzwischen in fast allen Deinen Erscheinungsformen. Dualboot ist Vergangenheit – Windows gammelt als VM vor sich hin.

Inzwischen erinnere ich mich nur noch mit Mühe an den letzten Boot einer VM mit Windows, obwohl auch Microsoft sich verändert hat. Der einstige “Teufel aus Redmond”, die “Inkarnation des Bösen” führt die openSource Charts bei Github an, trägt Code zu Deinem Kernel bei und veröffentlicht immer mehr unter offenen Lizenzen. Nach Schwefel riecht es heute in Cuptertino. Egal. Ich mag beide nicht anfassen müssen. Stabilität und Freiheit sind mir heute wichtiger.

Auf LPIC1 folgte LPIC2, die Schule wurde LPIAAP und die ersten Prüfungskandidaten erreichten mehr Punkte in der Zertifizierung, als die mit im Raum sitzenden Lehrer. Zu Karlchen kam Karl, zuletzt Frisch … die Serverlandschaft entwickelte sich in den vergangenen Jahren zur KvFG Cloud.

Dank Dir kann ich schreiben: Das KvFG Netz könnte die Schule bei Verwendung kommerzieller Alternativen weder bezahlen, noch hätte es so an Diensten und Funktionen hinzugewonnen. Ich würde mich auch nicht darum kümmern. Andere Hobbies hätten sich entwickelt.

Schaun wir mal, wie Cloud und IoT Dich verändern und ob ich Dich in 10 Jahren noch genauso mag. Mit BSD steht die Alternative ja um die Ecke 😉